Shy Layers - Midnight Marker

Bedingt harmlos

Shy Layers: „Midnight Marker“ (Beats In Space)

Auch auf seinem zweiten Langspieler entlässt JD Walsh aus Atlanta seinen mit überbetonter Harmlosigkeit ausstaffierten Maschinenpark zur chilligen Balearic Beach Party. Doch Vorsicht bleibt geboten: Midnight Marker (Beats In Space) spart nicht an subtil Einfluss ausübenden Zugaben, die der unschuldigen Dialektik des Digitalen in ihre nach außen hin steril-nüchternen Erfrischungsgetränke gekippt werden. Das alles macht stutzig.

Das geradezu kindgerechte Idyll, das sich als sündiges Element allenfalls mal einen Calypso-Touch gönnt (The Keeper) gerät öfter ins Wanken, als dies zunächst mit der schelmischen Überbetonung friedfertiger Einfalt insinuiert wird. Jedoch handelt es sich hierbei lediglich um ein Verdachtsmoment. Dingfest lässt sich eine eventuell ironisierende Haltung gegenüber der subalternen Emission von betont künstlich erzeugter Selbstgenügsamkeit nicht machen.

Dass JD Walsh keine Tracks gewordenen Scores für hingeschludert heile Animationswelten geschaffen hat, erschließt sich noch am ehesten anhand seines verblüffenden Geschicks, Hintertürchen anzudeuten, indem er ihre Existenz verleugnet. Da hilft am Ende nur ein mühsam elaborierter Vergleich. Midnight Marker klingt in etwa so … nun, als hätten sich die Boards Of Canada sämtlicher Gebisse entledigt. Und würden fortan auf den Felgen wiederkäuen. Eine höchst befremdliche Angelegenheit. Party on!

15 and 4:
youtube.com/watch?v=uFwx4Ay70CU

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