Fauna - Infernum

Luzidität als Clou

Fauna: „Infernum“ (Ventil Records)

Die Vergangenheit der Zukunft im Hier der Erinnerung, im Danach der Fiktion: ƒauna aka Gauna aka Rana Farahani aus Wien gelingt auf ihrem zweiten Album Infernum (Ventil Records) ein kurzweiliges Vexierspiel aus Retro-Chic und dystopischem Charme. Ob als Unikat oder als Zitat verstanden, schert die nächtlichen Reigen am Abgrund kaum, so sie doch dem Orkus bereits wieder entkommen zu sein scheinen. Also Bericht erstatten – und empfehlen: Man kann getrost mal hinabgleiten.

Auch hinsichtlich ihrer vokalen Ausrichtung lässt sich die Fleisch und Geist gewordene Attraktion ƒauna nicht verengen: Sporadische HipHop-Alluren und eine begrüßenswert an Peaches rührende Offenheit leiten zum nörgelnden Mädchen nach Art einer Alison Shaw (The Cranes) über, um von dort aus – Lonely At The Top – bevorzugt dem (auf betagt getrimmten) E-Fuhrpark das beifällige Proklamieren zu überlassen.

Dem konzeptionellen Mischmasch setzt indes die stets präsente Luzidität eine als Clou getarnte Krone auf: Während sich das Setting souverän zwischen Phantasmagorie und Daseinsanalyse bewegt, gewinnt die sich in ihm manifestierende Haltung an Kontur. Und an Präzision, die sich freilich nicht selbst verrät.

Letztlich doch gehörig im nostalgischen Darkwave-Outfit gehaltene Atmosphären klären über emotionale Verhalte auf, die sonst allein schwer geschwärzten (und partiell geschädigten) Herzen vorbehalten bleiben. Eine wundersame Angelegenheit, alle Himmel können warten.

Infernum Album Teaser:
youtube.com/watch?v=hxDSaGJIKxA

facebook.com/hooligauna

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!