Lesser Glow - Ruined

Wut pur

Lesser Glow: „Ruined“ (Pelagic Records/Cargo)

Der wahren Lehre des Doom/Noise verpflichtet, setzt das aus den Überresten von Black Elm hervorgegangene Quintett Lesser Glow auf seinem als EP anzuerkennenden Debüt Ruined (Pelagic Records/Cargo) keine neuen Maßstäbe. Sondern orientiert sich mit Vorliebe an jenen Messlatten, die einst von Unsane oder Failure aufgelegt wurden, auf dass kommende Generationen dazu verdammt sein mögen, sie ein ums andere Mal zu reißen.

Im gesteckten Rahmen entfalten Lesser Glow indes eine ad hoc ansprechende Wirkung, die keine Gefahr läuft, sofort wieder zu verpuffen. Allein schon die naturbelassene Performance von Wutgurgler Alec Rodriguez sorgt für eine Präsenz, die taube Ohren benötigte, um sie zu ignorieren. Er macht also schon mal einen Unterschied, das erdig-transparent gehaltene Songmaterial arbeitet ihm beflissen zu. Tendenziell eher wütend als verzweifelt.

Ob sich Lesser Glow fortan eine veritablen Position erarbeiten können, dürfte wie üblich von der Intensität ihrer Live-Aktivitäten abhängen. Doch Ruined lässt vermuten, dass man sich dessen nur allzu bewusst ist. Verzichten die Herren doch auf jeglichen Schnickschnack, der live ohnehin nur schwerlich zu reproduzieren wäre. Sollte es in einem extrem fraktalisierten Meta-Genre (wie dem des auf tiefen Gitarren basierten Lärms) so etwas wie Puristen geben – Lesser Glow stünden auf der Kandidatenliste bereits jetzt ziemlich weit oben.

Vacant Throne:
youtube.com/watch?v=hidIMFJ4XRA

facebook.com/Lesserglow

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