Kali Malone - Cast Of Mind / Distant Animals - Lines

Hallow Ground News

Kali Malone: „Cast Of Mind“ (Hollow Ground)

Das in Luzern beheimatete Label Hallow Ground, dessen Veröffentlichungen in schöner Regelmäßigkeit dazu animieren, auch die endlichen Seiten dieses Magazins zu füllen, hat mit seinen beiden jüngsten Sprossen zwei Werke lanciert, deren Schnittmenge sich weniger in der hypothetischen Analyse als viel mehr im baren Erleben erkenntlich zeigt. Die jeweils ins Versuchsfeld geführte Emphase des Ausdrucks bleibt davon freilich unbeeindruckt.

Die von Stockholm aus operierende US-Amerikanerin Kali Malone gelingt auf ihrem zweiten Langspieler Cast Of Mind eine erstaunliche Kommunikation zwischen der in den siebziger Jahren etablierten „Electric Music Box“ (Buchla 200) und einem aus Bassklarinette, einer Posaune, dem Fagott sowie weiteren Holz- und Blechbläsern konfigurierten Ensemble. Denn anstatt, wie die Anordnung eventuell nahelegen würde, den klanglichen Primat dem in Würde gealterten Apparat zuzuweisen, stattet dieser tendenziell bloß jenes Plafond aus, unter dem die klassischen Klangerzeuger ihr von einer illustrativen Instrumentierung entlastetes Naturell ausleben.

Zwischen sakral anmutender Andacht und freizügiger Respiration lässt Kali Malone ihre Kombattanten oszillieren – und versäumt es dabei nicht, mit Cast Of Mind ein in sich gefestigtes Gesamtwerk zu designen, das die assoziativen Amplituden weit ausschlagen lässt. Es ist also nicht nur ein lapidarer Freiheitsbegriff, der hier formuliert wird. Der Verdacht einer freimütig eingepreisten Antiquiertheit wird mit den Mitteln seiner eigenen Beweisführung widerlegt. Musik für geschundene Stunden.

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!