Lady Catman - Eyes Wide Open

Gunst mit Gästen

Lady Catman: „Eyes Wide Open“ (Weimar Recordings/Hamburg Music Publishing)

Mit namhafter Unterstützung versehen, entwirft die renommierte und klassisch studierte Session- und Studio-Gitarristin Cathleen „Lady“ Catman auf ihrem Album Eyes Wide Open (Weimar Recordings/Hamburg Music Publishing) einen kaleidoskopischen Rundumschlag – im Hinblick auf die Möglichkeiten, die das von ihr favorisierte Genre des Melodic Metal bietet, wenn eine frische Unvoreingenommenheit auch gegenüber artfremden Elementen das Zepter schwingt.

Sogar der augenzwinkernde Ausflug in die Gefilde der „Neuen Deutschen Härte“ (Bauhaus) verkommt nicht zur überbetont witzigen Persiflage, im Gegenteil: Von Heli Reißenweber (Maerzfeld, Stahlzeit) standesgemäß eingesungen, gelingt Lady Catman eine spitzfindig eingefädelte Symbiose zweier Spielarten, die sich doch im Grunde genommen ineinander nur verbeißen sollten.

Die von Scheuklappen nichts wissen wollende Herangehensweise, welche hier exemplarisch zum Tragen kommt, verhilft jedoch dem gesamten, dann doch vergleichsweise wieder konventionell anmutenden Album zu einer erstaunlichen Ausdrucksvielfalt, bei der ein spielerisch herbeigeführter Spaßfaktor durchgängig dominant bleibt. Dabei ist es unerheblich, ob nun das jeweilige Songwriting oder die stets effektiv validen Arrangements als Hauptverursacher des Gelingens ins Feld geführt werden. Sollten sämtliche Stricke der Argumentation reißen, ließe sich noch immer die technische Versiertheit zur Rechenschaft ziehen.

Lady Catman (facebook.com/LadyCatman)

Dass beim Titeltrack (der am 13. Dezember 2017 verstorbene) Gastsänger Warrel Dane und Jeff Loomis (der das Solo beisteuert) quasi Nevermore wiederauferstehen lassen, mag darüber hinaus zwar an eine historisch festzuhaltende Anekdote rühren, doch wirft dieses Stelldichein keinerlei Schatten auf die in sich geschlossen hoch auftrumpfende Qualität der gesamten Unternehmung.

Denn auch wenn Lady Catman ihre Songs durchaus im Hinblick auf avisierte Gesangspersönlichkeiten veranlagt haben sollte (neben den bereits besagten teilen sich Schmier, Todd M. Hall und Henning Basse die Jobs am Mikro), setzt sich mit jedem Track eine Signatur durch, die unweigerlich auf ihre Urheberin verweist. Und Lady Catman somit – und sicher nicht zuletzt – als eine eben auch in der melodiösen Disziplin überlegen agierende Kreativschmiedin inszeniert.

Bauhaus:
youtube.com/watch?v=vPtl8u5QMNQ

Waiting For You:
youtube.com/watch?v=RYOhPsuJ0gc

ladycatman.com
facebook.com/LadyCatman

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