Vitor Joaquim - Impermanence

Heiter bis brüchig

Vitor Joaquim „Impermanence“ (vitorjoaquim.bandcamp.com)

In seiner auf zwanzig Exemplare limitierten Gänze lässt sich der jüngste Output des nordportugiesischen Klangkünstlers Vitor JoaquimImpermanence – als USB Visacard in der Ummantelung einer Acryl-Skulptur des Designers Rui Grazina haptisch erleben. Aber schon die Musik „an sich“ genügt, um sich jenes Staunens um der Welten Lauf zu versichern, dem sich der Urheber erkenntlich erweisen will.

Warum vor lauter Vergangenheit und sich nicht erfüllender Hoffnung den Moment verschmähen? Nichts weniger als eine praktische Angelegenheit des Seins, die Vitor Joaquim auf Impermanance in Angriff nimmt. Mit einem zugänglich präparierten Angebot spontaner Selbstvergewisserung im Bannkreis eines atmosphärisch ausgestalteten Trotz. Und alledem: Hell erstrahlend, im weiteren Verlauf überwiegend heiter (wenn auch graduell seltsam durchsetzt von entfernt fernöstlich anmutender Klangspielerei). Wolken gehören eben nicht nur einfach dazu, sondern stiften ihren ephemeren Sinn im Spannungsfeld aus Schönheit und Erhabenheit.

Vitor Joaquim „Impermanence“ (vitorjoaquim.bandcamp.com)

Während sich Vitor Joaquim auf den beiden Vorläufern Geography und Filament noch als ein versierter Erzähler erwies, gewährt er nun dem Vagen, dem allenfalls Anzudeutenden Freigang. Und kommt – unter Verwendung eines Interviews von Arvo Pärt – zu der sich vorläufig einzig abzeichnenden Erkenntnis: Here Is Where Is All The Happiness That You Can Find. Wo sich nun der Widerspruch erhebt, bleibt nur das Dilemma. Immerhin gewährt Impermanence ein Aufatmen. Bis zum nächsten Wolkenbruch.

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vitorjoaquim.pt
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