Kontinuum - No Need To Reason

Unterlaufene Regelwerke

Kontinuum: „No Need To Reason“ (Season Of Mist/Soulfood)

Schon das Debütalbum Earth Blood Magic ließ erahnen, dass sich sein Nachfolger Kyrr beharrlich in Spiellisten halten würde, die gediegene Atmosphären, gesättigten Sound und euphorisierter Trauerarbeit huldigende Songs zu würdigen verstehen. Die landläufigen Probleme, die das dritte Album angeblich so mit sich bringt, scheinen an Birgir Thorgeirsson und seinen Mitstreitern indes spurlos vorübergegangen zu sein.

Vielmehr erfreuen sich die Insulaner auf No Need To Reason (Season Of Mist/Soulfood) einer Luzidität des Ausdrucks, der sie sich bislang zugunsten von nebulösen Imponderabilien enthielten. Nicht ein Ton, der hier keine klare Aufgabe zugeteilt bekommen hätte. Nicht ein Songaufbau, der sich nicht konsequent seinem Telos stellen würde. Das mag an Vorhersehbarkeit rühren, verleitet jedoch auch zu Vergleichen, die es in sich haben: Mit Antimatter oder Klimt 1918, zum Beispiel.

Allein die Heißblütigkeit fehlt, – Kontinuum ergötzen sich lieber an einer unterschwelligen Vehemenz, deren Energie Bestandswahrung reklamiert. So kommt es, dass No Need To Reason scheinbar nicht enden will. Was hier in einer Dreiviertelstunde komprimiert wurde, hat das Zeug dazu, das Regelwerk unerbittlich tickender Uhren zu unterlaufen. Für den kleinen Kick zwischendurch vollkommen ungeeignet, für den Moment eines ganzen Lebens essentiell.

Two Moons:
youtube.com/watch?v=IBYfWjRLGqM

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