Resina - Traces

Transgressive Klasse

Resina: „Traces“ (FatCat Records/H’ART)

So Karolina Rec zwecks der Einspielung ihres erklärtermaßen von Filmkomponist Ernst Reijseger beeinflussten und von Maciej Cieslak produzierten Debütalbums noch auf die Direktheit einer Live-Einspielung vertraute, bedient sie sich auf Traces (FatCat Records/H’ART) recht beherzt der Möglichkeiten willentlicher Manipulation. Die direkte Ansprache hat sie hierbei nicht eingebüßt.

Wem beim an der Gewalt von Urängsten rührenden Opener nicht ein wenig flau im Vestibül wird, übersteht wohl selbst zentrifugal wirksame Fahrgeschäfte – ohne mit den Wimpern zu zucken. Aber dann macht es auch keinen rechten Spaß, nicht wahr? Diese Meinung teilt die Polin offensichtlich – und setzt ihr Album konsequent aus veritablen Magendrehern zusammen, die von ihrem Cello und ihrer Stimme derart gekonnt abstrahieren, dass man versucht ist, sämtliche Hörgewohnheiten mal wieder infrage zu stellen.

Dass Karolina Rec neben vielen weiteren Kooperationen auch mit Hauschka und Godspeed You! Black Emperor zurecht assoziiert werden kann, mag als äußerlicher Nachweis der transgressiven Klasse ihres Albums gelten. Mit der Aufbietung des eigenen Gleichgewichtssinns Traces erleben, das muss man schon selbst.

07.10. PL-Krakau (Unsound Festival)

Procession:
youtube.com/watch?v=swF9ukQsbs4

https://resina.bandcamp.com/album/traces
facebook.com/resinae

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