Internationales Folklorefestival mit viel Sonne und Wind

Mexikanisch aufgemischt

Nunmehr zum 10. Mal im Jahr 2018 ereignet sich vom 28. Juni bis 2. Juli Danetzare, das Internationale Folklore-Fest in Erfurt: Sowohl am Anger als auch im Thüringen-Park und auf dem Petersberg sind zu verschiedenen Uhrzeiten Tanzensembles aus acht Ländern, USA, Mexico, Ecuador, Kenia, Serbien, Ukraine, Slowakei und Osttimor exklusive Gastgeberland, rund um den Globus also, in spektakulär bunter Gewandung und mit denkbar verschiedensten Musikstilen zu hören.

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Compañía Mexicana de Danza Folklórica – dieses Jahr ein Highlight auf dem Internationalen Folklore-Festival in Erfurt (Danetzare)

Am heutigen dritten Veranstaltungstag ging es im Stadtzentrum von Mittag an wieder bunt zu: Der eindrucksvollen Show der südamerikanischen Identidad Cultural Ecuatoriana Sin Fronteras folgten Darbietungen aus dem nordwestlich von Australien gelegenen Osttimor sowie deutsche Tanzaufführungen aus dem südthüringischen Rudolstadt und Billigheim in der Südpfalz, dessen Nähe zur französischen Grenze die Einbeziehung einer deutlich hörbaren Anleihe beim westlichen Nachbarn erlaubte.

Des weiteren stand auch ein durch und durch von der spezifischen Kultur(geschichte) des Balkan geprägtes Ensemble aus Serbien auf der Bühne, das visuell wie akustisch eine Mischung aus europäischen Elementen und solchen des Nahen Orients repräsentierte.

Lebhaft, fröhlich und festlich elegant präsentierte sich die mexikanische Folkloretruppe an diesem Samstagnachmittag (H.-P. Mederer, 30.6.2018).

Bei makellosem Sommerwetter mit erfrischendem Wind konnten die Zuschauer und Zuhörer – wie an den beiden vorhergegangenen Festivaltagen – den letzten Nachmittagsauftritt der mexikanischen Truppe Compañía Mexicana de Danza Folklórica kaum erwarten. Die Tänzer erschienen im Zapateado-Rhythmus den Takt vorgebend allesamt mit großen Sombreros, in der Weste und ins weiße Feiertagshemd gekleidet, während ihre Partnerinnen mit ihren (im Vergleich zu Europas Trachten) außergewöhnlich farbenfrohen weiten Röcken ähnlich den Pfauen Radfiguren schlugen.

Die Mexikaner, Musiker/innen wie Tänzer/innen verzauberten am Erfurter Anger das Publikum (H.-P. Mederer, 30.6.2018).

Die in Deutschlands Mitte eher selten live gehörte und gesehene Tanzkunst Mexicos bezieht sowohl Merkmale der spanischen Musik, etwa den Einsatz der Trompete im Ensemble, zu welchem außerdem Geige, Cavaquinho und Gitarre zählen, den Zapateado des Flamenco und ältere von der Indiokultur geprägte Stilelemente mit ein. Das Publikum ließ sich von der ebenso elegant-gediegenen wie lebenslustigen Aufführung mitreissen – eine willkommene Aufmischung des Alltags an einem von Sonne gesegneten Wochenende.

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler in Erfurt, Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.