Max Prosa „Rangoon“ – Rio Reiser in Akustikgitarre?

Der junge Poet mit den Haaren im Gesicht: Max Prosa / Foto: Sandra Ludewig

Der junge Poet mit den Haaren im Gesicht: Max Prosa / Foto: Sandra Ludewig

Bei „C’est La Vie“ finden wir uns dann plötzlich im Chanson-Stil auf den Straßen Paris‘ und in einer israelischen Großstadt wieder und trauern einer bewegenden Begegnung hinterher: „Es war an einem Sonntag in Tel Aviv, / Als sie mit mir schlief, / Brach es aus den Wolken, ich war frei.“ Oder wir wandeln musikalisch auf Bob Dylans Spuren im „Café Noir“, landen mit dem letzten Lied „Heimkehr“ aber doch wieder im transzendenten Zuhause. Wenn man das alles so hört, kann man kaum glauben, dass der Kopf, der dahintersteckt, erst 23 Jahre alt ist.

Der Titel des Debüts "Die Phantasie wird siegen" ist auch auf "Rangoon" Motto / Foto: Sandra Ludewig

Der Titel des Debüts „Die Phantasie wird siegen“ ist auch auf „Rangoon“ Motto / Foto: Sandra Ludewig

Für die musikalischen Ausscherungen, die uns zwischenzeitlich ein bisschen aus dem Traum-Trauma holen, sorgen eine deutschsprachige Version von Leonard Cohens „Hallelujah“ und das flotte „Verlorene Söhne“, in dem uns auch Rio Reiser wieder begegnet, diesmal noch deutlicher als zuvor. Spätestens hier wird klar, das kann alles kein Zufall sein. Ist es auch nicht: Der Songwriter Misha Schoeneberg, Max Prosas Mentor, übertrug Anfang der 1990er Jahre Cohen-Songs ins Deutsche und war Lebensgefährte von Rio Reiser sowie beteiligt an seiner Musik und der von Ton Steine Scherben. Und nun unterstützt er den jungen Poeten. So schließt sich der Kreis.

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Über Kathrin Tschorn

Kathrin Tschorn | Freiberufliche Musikredakteurin und Lektorin, beheimatet in Berlin. Stets Musik aus den Bereichen Pop, Rock, Indie, Jazz sowie allem dazwischen auf den Ohren und eine Tastatur unter den Fingern.