Claudio F Baroni - Motum

Leicht wie Scharlachberg

Claudio F Baroni: „Motum“ (Unsounds)

Elektronik, Orgel, Streichquartett … der aus Argentinien stammende und bevorzugt in den Niederlanden residierende Komponist (und Pianist) Claudio F Baroni bietet auf seinem zweiten Album „für“ das hoch spezialisierte Label Unsounds eine immense Bandbreite der klanglichen Möglichkeiten auf. Und bleibt dennoch stets auf eine Ahnung des Wesentlichen fokussiert. Was zunächst mitunter gar sakral anmutet, braucht die Säkularisierung des Vernehmens nicht zu fürchten.

Samuel Vriezen schreibt in seinen Liner-Notes von „unerwarteten Variationen der Arithmetik von Körper, Klang und Stimme“. Und von der Unmöglichkeit zu bestimmen, wie viele „Dinge“ jeweils präsent sind. Das klingt fast so „schön“ wie die Musik, doch würde man ihr, der Musik von Motum, unrecht tun, wollte man sie analytisch nachrechnen.

Besonders beeindruckt die Zurückhaltung, mit der Claudio F Baroni sämtliche fragil gewebten Fäden hier zusammenhält. Wer bei Motum noch ein Streichholz zu Boden fallen hört, findet vermutlich auch die Stecknadel im Heuhaufen der Beiläufigkeit. Wir aber, die Motum mit aller gebührenden Aufmerksamkeit vernehmen, mögen uns glücklich schätzen, der Gravitation ein wenig ihrer Schwere genommen zu haben.

Perpetuo Motum (Prometeo Quartet):
youtube.com/watch?v=4XU0Iqh9xBc

claudiofbaroni.net
unsounds.com

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!