Rhye „Woman“ – So fangen große Geschichten an…

Gesichtsloses Duo Rhye: "Wichtig ist die Musik." / Foto: Universal Music

Gesichtsloses Duo Rhye: „Wichtig ist die Musik.“ / Foto: Universal Music

Die beiden ersten Songs des Albums, „Open“ und „The Fall“, wurden von der Band ausgekoppelt und gehören zu den stärksten Tracks mit dem größten Ohrwurmpotenzial. Irgendwie schmachtend und sehnsüchtig. Definitiv fürs Kuscheln geeignet – und alles, was danach kommt, wie im Video zu „Open“ anschaulich dargestellt wird. Es ist schon faszinierend, wie Rhye derart viel Gefühl in eine völlig unaufgeregte Musik gebracht hat.

Bestes Beispiel dafür ist „One Of Those Summer Days“, in dem nicht nur die Musik minimalistisch ist, sondern auch der Text. Gerade einmal vier Zeilen braucht das Duo, um einen ganzen Song zu befüllen, ohne dass dieser beliebig klingen würde. Wie so oft im Leben kommt es eben auf die Technik an. Noch spartanischer geht es beim titelgebenden Track zu. Der besteht nämlich nur aus einem Wort: „Woman“.

Aber Rhye haben durchaus auch inhaltsreiche Texte mit allgemeingültiger Aussage verfasst. So heißt es in „3 Days“ etwa: „Love is terminal / Not build to last.” Oder: „Thought we were made from love / Now we are eating our own rind“, wie man aus dem flotteren „Hunger“ zitieren kann.

Mit „Shed Some Blood” schließt sich dann auch musikalisch der Kreis zum anfänglichen Vergleich mit Sade Adu und ihrer Band. „Meine Stimme ist schon so oft mit der von Sade verglichen worden, dass mir das inzwischen gar nichts mehr ausmacht, um ehrlich zu sein“, sagt Milosh. Den Vergleich mit Sade sollte wahrlich keiner fürchten, gehört er doch zu den Ritterschlägen im Musikbusiness. Falls man die CD also überhaupt mal aus dem Player nimmt, kann man sie getrost zwischen Feist und Sade stellen.

„Woman“ von Rhye ist seit dem 1. März im Handel erhältlich.

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Über Kathrin Tschorn

Kathrin Tschorn | Freiberufliche Musikredakteurin und Lektorin, beheimatet in Berlin. Stets Musik aus den Bereichen Pop, Rock, Indie, Jazz sowie allem dazwischen auf den Ohren und eine Tastatur unter den Fingern.