Interview mit Oliver Niesen (Cat Ballou)

„Gestern haben wir im Bandbus noch System Of A Down gehört“

Cat Ballou, Oliver Niesen: Dritter von links (Fabian Stuertz)

amusio: „Ein Casting war also nicht vonnöten…“

Oliver Niesen: „Hannes ist ein studierter Schlagzeuger – und Berufsmusiker. Seine Fähigkeiten sind also über jeden Zweifel erhaben. Für ihn hat sein Engagement für Cat Ballou den Vorteil, sich fortan nur noch auf eine Sache konzentrieren zu können. Cat Ballou ist nun einmal ein Vollzeitjob.“

amusio: „Bei dem jetzt auch noch die Label-Arbeit hinzugekommen ist. Seid ihr dort auch offen für andere Acts?“

Oliver Niesen: „Aber sicher doch. Wir haben auch schon zwei externe Signings zu verzeichnen, die wir betreuen. Dabei sind wir stilistisch nicht festgelegt. Wenn es passt, dann passt es. Wir haben allerdings nicht das Geld, um in einen Künstler im großen Stil zu investieren. Man kann aber unsere Kontakte und Strukturen nutzen. Wir wachsen da gerade noch rein, aber es lässt sich gut an.“

amusio: „Apropos Strukturen: Wie entstehen eure Songs?“

Oliver Niesen: „Zumeist produzieren Dominik [Schönenborn] und ich gemeinsam vor. Aber anschließend kann jeder kann seine Ideen einbringen. Es kommt aber auch vor, dass wir im Kollektiv komponieren. Insgesamt zeichnet uns eine gute Arbeitsdynamik auf.“

amusio: „Dabei befindet ihr euch auf einem schmalem Grat. Auf der einen Seite steht ihr für karnevalistisch fundierte Songs in Mundart. Andererseits für aber auch für abwechslungsreichen und hochwertigen Indie-Pop…“

Oliver Niesen: „Mit der Bezeichnung Indie Pop können wir sehr gut leben. Wir schreiben ja auch nicht explizit für den Karneval, obwohl wir ihn sehr mögen. Wir versuchen jedoch eine gewisse Bandbreite zu bedienen. Natürlich verfügen wir auch über Songs, die im Karneval funktionieren. Darum werden wir vielfach auch entsprechend abgestempelt. Aber wer sich unser neues Album aufmerksam anhört, wird feststellen, dass wir uns nicht auf der Zuschreibung reduzieren lassen, eine Karnevals-Combo zu sein. Übrigens: Gestern haben wir im Bandbus – unterwegs zu einem Gig – noch System Of A Down gehört, um nach den vielen Proben wieder Energie zu tanken…“

amusio: „Und eben nicht De Höhner oder Willy Ostermann…“

Oliver Niesen: „Willy Ostermann geht immer. Wenn ich Heimweh nach Köln höre, bekomme ich verlässliche Gänsehaut.“

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