Deafheaven in der Essigfabrik

Vom Druck zur Dauerwelle

Deafheaven in der Essigfabrik, Köln (Stephan Wolf)

In der angenehm gefüllten Essigfabrik lösen Deafheaven – allen voran der uneingeschränkte Blickfang und begnadete Sänger George Clarke – im Laufe ihres perfekt inszenierten Sets emotionale Druckwellen in Hülle und Fülle aus, die bei allen im Auditorium Anwesenden noch lange nachwirken dürften.

Wollte man Deafheaven einen Vorwurf machen, dann – paradoxerweise – dass es der Band auf atemberaubende Weise gelingt, die zum Teil hochkomplexen Arrangements ihrer Veröffentlichungen nahezu identisch auf die Bretter zu bugsieren. Dass am heutigen Abend auch der Sound-Mix absolut austariert und bestens dosiert aufs Publikum prasselt – Ehrensache!

George Clarke, Deafheaven (Stephan Wolf)

Deafheaven untermauern also ihren Status als absolute Ausnahmeband, die mit ihrem endemischen Stilmix, der es ihr erlaubt, elegische Postrock-Passagen übergangslos in schwarz-metallischen Höllenlärm zu überführen und somit die Anspannung auf konstant hohem Niveau zu halten. Transzendenz-Erfahrungen und Epiphanie inklusive.

Eine lobende Erwähnung des Supports Inter Arma soll an dieser Stelle nicht ausbleiben. Die aus Richmond (Virginia) stammenden (Post-) Metaller, servieren ein unterbrechungsfrei dargebotenes Potpourri sämtlicher Einflüsse (von Sludge bis Doom), das energetisch kraftvoll – an den richtigen Stellen aber durchaus auch sensibel – zu überzeugen versteht. Ein Extrapunkt ergeht an den Gitarristen, der ein Shirt von Drab Majesty unter der dicht geschüttelten Matte trägt.

Heute Berlin (Bi Nuu)
28.09. Karlsruhe (Jubez)
09.10. München (Feierwerk)
10.10. CH-Winterthur (Salzhaus)
14.10. A-Wien (Arena)

facebook.com/deafheaven
facebook.com/INTERARMA

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!