Barocke Kammermusik zum Herbstauftakt

Rondeau rund um die Republik

Anlässlich der diesjährigen Barockkonzerte vom 11. bis 14. Oktober im urig-nostalgischen Städtchen Neuburg an der Donau entfesseln zwei duettierende Cembalosolistinnen zum Abschluss am bayerischen Wahlsonntag ein wahrhaftig prasselndes Feuerwerk aus der Repertoirekiste der Alten Musik:

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Neuburg an der Donau gibt auch im „goldenen Oktober“ 2018 mit seinem barock-romantischen Schloss eine prächtige Kulisse ab (Bbb, Juni 2009, GNU Free Doc. Lic.).

Die unter anderem in Moskau ausgebildeten Tastenmeisterinnen Anna Kiskachi und Anastasia Antonova bringen gemeinsam – noch vor dem Mittagessen – den Kessel mit ihrer Mixtur aus Originalstücken von Lully, Händel, Purcell und vom „neobarocken“ Ligeti sowie Adaptionen von Saint-Saëns und Dvořák zum Glühen. Nicht umsonst trägt die von den gutartigen Zauberinnen – man denke an Dvořáks symphonische Dichtung um Dämonen der Mittagszeit – ab 11.30 Uhr im Rittersaal des Neuburger Schlosses gebraute Mélange den Ligeti-Titel Danse macabre …

Im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt sind sowohl symphonische Konzerte als auch Kammermusik zu hören (Nina Gerlach, 20.6.2008, CC-Liz.).

 

Nicht so oft wird im Großen Saal des Berliner Konzerthauses die auch ihrer Größe und dem Raumklang nach famose Orgel traktiert – jedoch am Samstag, den 20. Oktober (vor dem Fünf-Uhr-Kaffee) um 15.30 Uhr im Rahmen eines kammermusikalischen Orgelkonzerts mit dem Solisten Michael Schöch und seinem wortwörtlichen „Kombattanten“ Michael Oberaigner am Schlagwerk. Als Intrada erklingt Henry Purcells Suite D-Dur in einem Arrangement von Günter Berger für Orgel und Pauken. Barock geht es weiter im Kleinen Saal am 9. November um 20 Uhr mit Marin Marais‘ Les Folies d’Espagne für Oboe und Basso continuo; zu hören sind hier die Oboistin Michaela Kuntz, Friedemann Ludwig am Cello und als Cembalistin Angela Gassenhuber. Nach der Pause erklingt unter anderem eine Bearbeitung von drei Fugen J.S. Bachs durch Mozart, der diesen gewitzt jeweils ein Adagio-Präludium voranstellte; die genannten Musiker/innen werden sekundiert von Suyoen Kim und Markeljan Kocibelli an Geige und Bratsche.

Giovanni Battista Sammartini (1700/01 – 1775) ist mit seinem ‚Konzert für Flautino und Orchester‘ F-Dur in der Kieler Konzerthalle am Schloss am 24. Oktober vertreten (Museum und Bibliothek für Musik, Bologna, It/US p.d.).

Im Kieler Schloss musiziert am Mittwoch, den 24. Oktober ab 20 Uhr das nicht nur auf europäischem Parkett gefragte La Cetra Barockorchester Basel zusammen mit dem Flötenvirtuosen Maurice Steger. Auf dem Programm stehen Sonaten, Suiten und Concerti von Händel, Telemann, Corelli, Montanari und Sammartini, außerdem das weniger bekannte Flötenkonzert a-Moll des neapolitanischen Opernmaestro Domenico Sarro (1679 – 1744), der zum ersten Mal ein bedeutend(er)es Libretto von Metastasio, Didone abbandonata (1724), vertonte. Mit dem galanten Stil war der Hofkapellmeister, Nachfolger des namhaften Francesco Mancini, vertraut; er schrieb außerdem zahlreiche Kammerkantaten mythologischen und alttestamentlichen Inhalts.

 

 

 

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler in Erfurt, Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.