VNV Nation - Noire

Zwischen dem Gestern und dem Morgengrauen

VNV Nation: „Noire“ (Anachron Sounds/Soulfood)

Schon mit dem zwischen majestätischer Gravität und euphorisierter Weltdeutung oszillierenden Opener A Million macht Ronan Harris deutlich, dass es ihm daran gelegen ist, mit Noire (Anachron Sounds/Soulfood) ein Statement zum Stand sämtlicher Dinge abzugeben, die ihn mit allen Zeitgenossen verbindet.

Dass er hierzu auch in technischer Hinsicht aus dem Vollen schöpft, macht bereits der zweite Track – Armour – deutlich, wo er die eigenen Trademarks genüsslich sowohl auf geschmackvoll penibel herausgearbeitete Retro-Klänge als auch auf ein postmodernes Sound-Konzept ausweitet, das dem Hörer ungeahnte Erfahrungsräume erschließt. Somit wären die Parameter gesetzt, mit denen Ronan Harris im weiteren Verlauf seine schier unbegrenzten Möglichkeiten auslotet.

Dabei fällt es schwer, weitere Highlights hervorzuheben. Vielleicht noch das ätzend drangsalierende Immersed, vor allem aber das eher an Erik Satie denn als an Frédéric Chopin geschulte Nocturne No. 7, mit dem Ronan Harris einmal mehr als nur Mut beweist. Sondern auch seine emotional zutiefst ausgeprägte Expressivität, die das Abweichen von der Konvention eines Electro-Albums sinnfällig einfordert.

Man kann es drehen und wenden wie man will: Noire erweist sich schlicht als ein weiterer großer Wurf aus dem Hause VNV Nation. Und selbst die größten VNV-Kritiker werden eingestehen, dass hier das Visionäre geerdet und das Irdische in einen geradezu zeitlos anmutenden Kosmos aus Klang und Sitte erhoben wurde.

VNV Nation befinden sich auf Tour. Mit Holygram als Support.

When Is The Future:
youtube.com/watch?v=SF5mf4LV7Jw

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