Whispering Sons: „Image“ (Smile/Soulfood)

Auf Image (Smile/Soulfood) – ihrem mit Hochspannung erwarteten Debütalbum – erzeugt die flämische Postpunk-Band der Stunde einen unerhörten Druck. Eine Anspannung, die sich immer weiter steigert. Und sich im weiteren Verlauf in einer Art erlösenden Klimax zu entladen droht. Doch dieser befreiende Effekt bleibt aus.

Image kommt gemeinerweise vollkommen ohne die Einhaltung eines Heilsversprechens aus. Dabei erwirkt die Produktion (Micha Volders, Bert Vilegen) eine wuchtige Präsenz, welche die sich durch Intensität auszeichnende Live-Qualität der Whispering Sons mehr als angemessen konserviert.

Hervorzuheben ist darüber hinaus der rigorose Machtanspruch, mit dem Sängerin Fenne Kuppens die Zügel straff hält. Ihre androgyn tiefe Stimme ist der rote Faden, an dem sich die Songs orientieren, um ihre jeweils nachhaltigste Wirkung zu entfalten. So steigert sich die Album-Dramaturgie in einen beklemmenden Rausch, der anhand von Hollow und Waste auf die Spitze getrieben wird.

Den Katzenjammer danach illustriert das Artwork kongenial. Stünde nicht noch die Veröffentlichung des Debütalbums von Holygram an, müsste man angesichts von Image schon jetzt vom Genre-Album des Jahres sprechen.

Apropos: Am 9. November begleiten Whispering Sons – gemeinsam mit Swirlpool – im Gebäude 9 zu Köln das CD-Release Konzert von – Holygram.
Weitere Live-Termine in Deutschland folgen im Januar.

whisperingsons.com