Jens Friebe - Fuck Penetration

Auf die Knie

Jens Friebe: „Fuck Penetration“ (Staatsakt/Caroline International)

Das kann er, der Lüdenscheider: Heikle Themen (allen voran genital fundierte) pointiert in ihre geahnten Ambivalenzen überführen. Denn was der vollendet gewählte Titel seines sechsten Albums (Staatsakt/Caroline International) verspricht, hält Jens Friebe mit souverän linkischer Bravour. Sogar die zuvor bei ihm stets anwesenden Urängste scheinen sich aufgrund einer rigiden Plausibilität verzogen zu haben.

Fürwahr: Es wäre eine bessere, ja ideale Welt, fügte sie sich dem Kodex Friebe: „We would not need charity / and we wouldn’t need therapy“. Dass es in ihr dennoch nicht langweilig werden würde, dafür trüge der Chef persönlich Sorge. Denn die Widersprüchlichkeiten des menschlichen Wesens nähmen mit ihrer Einfriedung ja kein abruptes Ende.

Auch das weiß Jens Friebe nur allzu gut. Und serviert mit Fuck Penetration einen primär merkwürdig mundenden Cocktail aus heterogenen Zutaten, die zwischen höherem Nonsens und tiefer gelegtem Pragmatismus munter oszillieren. Die Jodlerin Doreen Kunze (Tränen eines Hundes), der notorische Gefährte Chris Imler (Herr der Ringe) machen mit. Und es gibt ein Wiederhören mit der Bum Khun Cha Youth (in Form des Beitrags von Linus Volkmann anlässlich der Wiederaufbereitung von Es leben die Drogen).

Allein die Themenvielfalt, die Jens Friebe auf diesem Album zu einem Kaleidoskop der profan abstrusen Befindlichkeiten kondensiert, zwingt den an Belanglosigkeiten längst gewöhnten Rezipienten auf die Knie.
Doch die auf Fuck Penetration grundierte Auslegeware lässt sie dort unten höchst vergnüglich scheuern.

Fuck Penetration:
youtube.com/watch?v=nkHqjxA8jk8

Im Januar folgt die Tour. Durch zehn deutsche Städte. Plus Wien.

jens-friebe.de

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