Blake Mills - Look

Vintage Provisorium

Blake Mills: „Look“ (Caroline/Universal)

Ein wenig unter den Katzentisch der Weltöffentlichkeit gerutscht: Dieser Tage der überaus bemerkenswerte Ausflug des nicht minder bemerkenswerten Jungproduzenten (Laura Marling, Fiona Apple, John Legend) Blake Mills in die ihm – vorab kaum zugestandenen – Gefilde des cineastisch aufgefächerten Dark Ambient namens Look (Caroline/Universal). Wer Brian Eno und Angelo Badalamenti zusammen denken kann, wird erahnen, was ihn auf diesem vollkommen unerwarteten Longplayer erwartet.

Nein, was er auf Look verbrochen hat, war zunächst einmal gar nicht für eine Veröffentlichung vorgesehen. Behauptet der 32-jährige Musikus. Dieses provisorische Distanzieren ist angesichts von Look nachvollziehbar. Stellt das Album doch einen gehörigen Kontrast zu allem dar, was einen angesagten Produzenten heute auszuzeichnen hat. Oder etwa nicht?

Willkommen also in der Welt der Vintage Synthsounds, im Orbit der nunmehr ollen Gitarreneffekte, die reüssierten, als eigentlich nur die Qualität von Röhrenverstärkern diskutiert wurde. Dass hierbei kein lockerer Reggae gezockt wird, schon klar. Vielmehr entwickelt Blake Mills hier eine auf Kraut (und Rüben) fundierte Melange aus 80er-Filmscore (Howard Shore mag sich erinnern) und zeitloser Effektivität (Jean-Michel Jarre dürfte es verstehen).

Bedrohlich expressiv, befriedend introspektiv und jederzeit zugänglich: Mit Look hat sich der sympathische Kalifornier uns und sich selbst mal etwas gegönnt, von dem sich auch auf lange Sicht wird zehren lassen. Man möchte ihn einfach mal umarmen. Aber das würde eventuell einer Fortsetzung von Look entgegen arbeiten. Lassen wir das also. Und erwarten, was da noch so kommt.

facebook.com/blakemillsofficial

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