Tamino im Club Volta, Köln

Bis der Atem stockt

Tamino im Club Volta, Köln (Stephan Wolf)

Im noch etwas steril wirkenden Club Volta, der immerhin über eine angenehm großzügige Auswahl an Fassbier und bemerkenswert freundliches Personal verfügt, gastiert der libanesisch-ägyptisch-belgische und angesichts seiner tief schürfenden Songs unfassbar junge (21) Tamino. Und präsentiert, von zwei Jungs an Keys und Perkussion flankiert, überwiegend Material seines zurecht reichlich gepriesenen Debütalbums Amir (Caroline/Universal). So man sich auch wünschen würde, dass er das ein oder andere Mal die ihm eigenen Melancholie in Wut und Aufbegehren umschlagen ließe, erweist sich sein Konzert als Triumph im intimen Rahmen.

Dabei steht zu vermuten, dass es mit dieser angenehmen Intimität bald ein Ende haben wird. Denn Tamino bringt alles mit, was ein zukünftiger Weltstar benötigt. Vor allem eine sagenhafte Souveränität im Umgang mit seinen Talenten, – mit seiner Stimme (bei Bedarf glockenhelles Falsett) sowie einem höchst pointierten Gitarrenspiel. Selbst der etwas zu deutlich aufgetragene Einsatz von backing tracks kann diesen Eindruck nicht schmälern. Die Ausdruckskraft des Tamino wird mehr – oder weniger – Personal erfordern, um einer vollen Blüte Reife angedeihen zu lassen.

Dennoch: Es ist schlicht sensationell, wie der junge Mann schon heute, an diesem Abend im Club Volta, den Atem der Anwesenden ins Stocken geraten lässt. Seine mit arabischen Metriken unterwanderten Balladen bannen, eine Gänsehaut jagt die nächste. Zum Ende hin sind alle Beteiligten erschöpft. Aber glücklich.

taminomusic.com
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