Zaz „Recto Verso“ – Ein Gesamtkunstwerk, n’est pas?!

Zaz ist irgendwie verrückt und doch so sympathisch. / Foto: Yann Orhan

Zaz ist irgendwie verrückt und doch so sympathisch. / Foto: Yann Orhan

Zaz greift auf „Recto Verso“ auf alle Spielarten zwischen Slow und Uptempo zurück. „La Lessive“ ist ruhig und minimalistisch, während „Si“ in die Fußstapfen der großen französischen Balladen tritt und die charismatische Sängerin den gesamten Pathos ihrer Stimme nutzen lässt. „Déterre“ beginnt sanft, nur damit Zaz sich in kleinen Schritten in die Tiefe der Musik hineingraben kann. Mit dem tragenden „J’ai Tant Escamoté“ entführt uns die Französin nach Montmartre, dieser Künstlerbezirk von Paris mit der Basilika Sacré-Cœur, in die Welt von Toulouse-Lautrec, Gauguin, Matisse und vielen anderen; in die Welt, in der sie selbst ihre Musik gespielt hat, damals, als sie noch nicht berühmt war.

Während „Gamine“ und „Nous Debout“ an den klassischen Pop der 60er und 70er Jahre erinnern, liegt der Ursprung der jazzig betonten Stücke klar in Django Reinhardts Gypsy-Swing. So leben unter anderem „Comme Ci, Comme Ça“, „Toujours“ als auch „Oblie Loulou“ vom speziellen Sound des Gitarrenvirtuosen, der durch Jazz, französischen Walzer und die traditionelle Romamusik geprägt ist. Wer den Film „Chocolat“ kennt, wird die Grundrhythmen des von Reinhardt komponierten „Minor Swing“, das auf der Zigeunerparty gespielt wird, wiedererkennen. Unter dem Mond, „La Lune“, mischt Zaz schließlich diese Reinhardt-Bolero-Einflüsse mit einem straffen Tango, wohingegen „Cette journée“ einen souligen Einschlag erhält.

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Über Kathrin Tschorn

Kathrin Tschorn | Freiberufliche Musikredakteurin und Lektorin, beheimatet in Berlin. Stets Musik aus den Bereichen Pop, Rock, Indie, Jazz sowie allem dazwischen auf den Ohren und eine Tastatur unter den Fingern.