Jazz & Verwandtes aus Griechenland ... und anderen Teilen der Welt

Improvisationskunst: Trio Giannouli

Ihre Ausrichtung hin auf neomediale und verschiedene Künste verbindende, prinzipiell performativ ausgerichtete Formate lässt an Trends in der australischen Gegenwartsmusik denken: Die Griechin Tania Giannouli, Jahrgang 1977, bewegt sich als klassisch und auch in den theoretischen Fächern ausgebildete Pianistin zwischen progressiver Video Sound Art und teils komplett improvisierten Aufführungen, letztere auch auf elektroakustischer Basis. Schrieben Komponisten traditionellen Herkommens nebenbei Intermedien oder Begleitmusik für das Theater, so arbeitet sie der Synästhesie zwischen Film und Video zu, überwiegend in Kooperation, etwa mit Istvan Horkay und Marcantonio Lunardi.

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Mit seinem zweiten bei den neuseeländischen Rattle Records erschienenen MP3-Album ‚Transcendence‘ trat das Ensemble Tania Giannouli 2015 wiederum ins Rampenlicht. (ASIN: B00WCPY8WW).

Abgesehen davon, dass Tania Giannouli immer wieder gleichzeitig als Komponistin und Musikerin auftritt, ereignen sich Konzerte mit ihren Werken dank ihres intermedialen Charakters häufig auf Biennalen, in Galerien oder Museen – und zwar in internationaler Dimension. In der ursprünglichen Heimat wirkte sie mit diversen Orchestern kleinerer und größerer Ordnung zusammen: mit dem Athener Jugendorchester, den Camerata/Armonia- Atenea-Streichern und dem Dissonart Ensemble, darüber hinaus mit dem Galaxy Streichquartett.

2012 edierte Rattle Records bereits ‚Forest Stories‘ von Tania Giannouli und Paulo Chagas (ASIN: B009VFLVQW).

 

 

Die Begegnung mit dem portugiesischen Holzbläser Paulo Chagas führte schließlich zu der vielbeachteten CD Forest Stories, die einhellig und weltweit von Musikmagazinen als herausragende Produktion besprochen wurde. Die Aufnahme wurde von dem neuseeländischen Label Rattle Records verantwortet, woraus 2018 nicht zuletzt der die neueste Einspielung Rewa (ASIN: B07D7415J7) mit dem Maori-Musiker Rob Thorne und dem Elektronik-Experten Steve Garden hervorging.

Zur Ausrichtung auf Improvisation mit deutlicher Anlehnung an Free-Jazz-Muster kam Tania Giannouli in Folge ihrer Mitbegründung der Formationen 4 + 1. und des Schema Ensemble, mit welchem sie beim Elektronik-Festival Synch 2010 in Erscheinung trat. Interessante Klangexperimente ergeben sich derzeit durch das Spiel im eigenen Trio, bei dem – neben ihr selbst am Klavier – der Trompeter Andreas Polyzogopoulos und der Lautenist Kyriakos Tapakis mit von der Partie sind. In dieser Besetzung trat das Ensemble Giannouli zum JazzFest Berlin 2018 auf.

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler in Erfurt, Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.