Interview mit DOTA

„Mir ist unterwegs noch nie langweilig geworden“

… und doch ein Photo: DOTA im Gloria, Köln (Stephan Wolf)

amusio: „Gönnt ihr euch denn im Laufe der Tour – oder auch allabendlich – die Freiheit, nach Lust und Laune Modifikationen vorzunehmen? Oder ist euer Set weitestgehend strikt definiert?“

Dota Kehr: „Wir bieten ein recht umfangreiches Programm, das insgesamt vier Springerstücke beinhaltet, die wir nur dann spielen, wenn uns an dem jeweiligen Abend danach ist. Hinzu kommt noch mein Solo-Block gegen Konzertmitte, in dem ich zuweilen auch ganz neue, noch unveröffentlichte Stücke ausprobiere. Dieses Intermezzo ist mir wichtig.“

amusio: „Auch als eine Art Testlauf im Hinblick auf die Eignung eines Songs für spätere Studioaufnahmen?“

Dota Kehr: „Warum nicht? Aber bis dahin wird noch viel aussortiert. Ich schreibe nach wie vor auch Songs, von denen ich weiß, dass sie wahrscheinlich nicht für ein Album infrage kommen. Aber vielleicht in anderen Kontexten Verwendung finden könnten. So etwa bei meinen Solo-Auftritten – oder jenen als Duo, an der Seite von Jan Rohrbach.“

amusio: „Schlägt dann deine Vergangenheit als Straßenmusikantin und Kleinkünstlerin durch? Fungiert der Solo-Block auch als eine Reminiszenz an dich selbst?“

Dota Kehr: „Das kann man so sehen. Dann agiere ich spontan, improvisiere oder lasse mal eine Cover-Version vom Stapel. Ich genieße dieses Freispiel. Denn es es macht mir nach wie vor großen Spaß, nur mit Gitarre und Gesang zu unterhalten.“

amusio: „Trennst du ansonsten streng zwischen deinem Wirken als Alleinunterhalterin und deinem Schaffen im Bandgefüge?“

Dota Kehr: „Das lief bei mir von Anfang an parallel. Vielfach habe ich zunächst einmal allein das Feld bestellt. Bin in sämtliche Städte gefahren, habe dort in Kneipen gespielt. Nicht zuletzt, um Werbung für die Band zu machen. So habe ich vor Ort jeweils eine gute Basis aufbauen können. Und offenbar hat sich diese Taktik gelohnt. In all den Jahren haben wir als Band nur an einem einzigen Abend draufgezahlt. Aber das ist schon länger her, es muss so um 2007 herum gewesen sein. In Wien. Aber das war auch dem ersten lauen Frühsommerabend geschuldet. Diesen wollte kaum einer im Kellerclub verbringen.“

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