Anouk „Sad Singalong Songs“ – Melancholisch, aber schön, aber eintönig

Anouk Teeuwe überzeugte beim ESC mit dem Song "Birds" / Foto: Universal Music

Anouk Teeuwe überzeugte beim ESC mit dem Song „Birds“ / Foto: Universal Music

Was sich nicht verändert hat, ist ihre besondere Stimme mit dem kräftig-rauchigen Sound. Wer Anouk noch nie gesehen hat, könnte sich verleiten lassen zu denken, dies sei das Timbre einer schwarzen Soulsängerin, die die Töne tief im Bauch entstehen lässt und mit Karacho hinausschmettert. Leider fehlt es „Sad Singalong Songs“ eben an diesem Anouk-typischen Karacho, dieser Kraft und Power, die die Musik der Tochter einer Bluessängerin normalerweise ausmacht.

Keiner der Tracks auf dem neuen Album ist schlecht; dieser Eindruck soll hier nicht entstehen. Sowohl musikalisch und texterisch als auch gesanglich erhält man Qualität und wunderschöne, melancholischen Ohrgenuss. Dennoch fehlt es „Sad Singalong Songs“ an herausstechenden Titeln. Auch wenn Anouk bis dato oftmals rockige Töne angeschlagen hat, haben gerade ihre Balladen viel Beachtung gefunden, wie etwa „Sacrifice“ von ihrem 1997er Debütalbum „Together Alone“ oder „Lost“ von 2005.

Auf „Sad Singalong Songs“ ist natürlich „Birds“ einer der Hinhör-Tracks, mit dem Anouk das ESC-Musikeinerlei untergraben hat. Vollkommen unaufgeregt und zurückhaltend hat sie den Song auf der großen Bühne vor einem Millionenpublikum performt. Dem gefiel die Durchbrechung der showlastigen Auftritte offensichtlich, sodass die Niederländerin auf dem neunten Platz landete. Auf „Sad Singalong Songs“ ist „Birds“ allerdings nicht so herausragend wie auf der ESC-Bühne, obschon es sich in das Gesamtgeschehen einfügt. Das ist angenehm für die Ohren, aber nicht besonders herausfordernd für den musikalischen Teil des Gehirns.

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Über Kathrin Tschorn

Kathrin Tschorn | Freiberufliche Musikredakteurin und Lektorin, beheimatet in Berlin. Stets Musik aus den Bereichen Pop, Rock, Indie, Jazz sowie allem dazwischen auf den Ohren und eine Tastatur unter den Fingern.