Interview mit YOAV

„Jeden Abend entstehen neue Versionen meiner Songs“

YOAV in Köln (Stephan Wolf)

amusio: „Dein Drang zur Weiterentwicklung scheint essentiell zu sein. Könntest du es dir nichtsdestoweniger leichter machen?“

Yoav: „Mache ich ja auch, im Studio. Dort arbeite ich gerne im Team. Aber live möchte ich die Kontrolle über das Geschehen autonom wahren. Und dies alles ohne auf die schlichte Verwendung von Backtracks zurückgreifen zu müssen. Aber immerzu hoffen, dass mein Backup im Falle eines Systemausfalls einspringt (lacht). Außerdem weiß ich, wie es sich anfühlt, mit einer Band aufzutreten. Ich habe am Anfang meiner Karriere diesbezüglich einschlägige Erfahrungen gesammelt. Aber die Weiterentwicklung der Loop-Technologie bietet mir inzwischen weitaus mehr Möglichkeiten, meine Ideen kompromisslos und in Echtzeit auf der Bühne umzusetzen. So könnte ich mir inzwischen gut vorstellen, auch mal an einem Elektro-Festival teilzunehmen. Und das sozusagen nur mit meiner Gitarre.“

amusio: „Könntest du dein Set flexibel ans jeweilige Publikum anpassen?“

Yoav: „Ich lasse mir live stets Entscheidungen offen, wie ich einen Song angehe. So gesehen, entstehen jeden Abend neue Versionen meiner Songs. Dabei genieße ich die Doppelrolle aus Singer/Songwriter und DJ. Also ist es an mir, die Stimmung des Moments zu formen oder auch aufzugreifen. Ich empfand es jedoch schon immer als eine ganz besondere Herausforderung, vor einem heterogen zusammengesetzten Publikum aufzutreten. Andererseits bin ich mir zugegebenermaßen selbst am nächsten: Es ist mein Ziel, Musik zu machen, die ich gerne hören will. Aber noch nie zuvor woanders gehört habe. Und ich denke, dass mir dies mit Multiverse gelungen ist. Überhaupt begehen meines Erachtens nach zu viele Musiker den Fehler, sich zu sehr an dem zu orientieren, was ihnen von außen zugetragen wird.“

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