Midas Fall in Köln (MTC) - 26. Februar 2019

Gefühlte Geometrie – am Tag danach

Elisabeth Heaton, Midas Fall, im MTC Köln (Stephan Wolf)

Im Prinzip müsste man lediglich den Tempus der hiesigen Ankündigung zur Review des gestrigen Ereignisses anpassen: Denn sämtliche Vorhersagen, die in Bezug auf die Live-Qualitäten von Elisabeth Heaton, Rowan Burn sowie ihren beiden Jungspunden als beeindruckend versierte Begleiter an Drums, Keys und Bass an dieser Stelle getätigt wurden, dürfen als „überaus erfüllt“ konstatiert werden. Wenn auch im – leider beschämend mager besuchten – MTC zu Köln erfreulich klar wurde, dass die Britinnen nach ihrem zurückhaltend elektronisch und „ambient“ inszenierten Album Evaporate wieder Bock auf (Post-) Rock haben.

Wenn nicht sogar auf Punkrock, – wie die stellenweise gar angriffslustige Rotzigkeit der Interpretation eines Songs wie Howling schon zu Beginn des Konzerts suggeriert. Aber auch dieser Eindruck entspringt nur der Überzahl an Assoziationen, die Midas Fall säen. Komplex und dennoch direkt, hauen sie ihre Kaskaden an Sound und Emotion um Ohren, die anschließend gefälligst zu dröhnen und zu glühen haben.

Rowan Burn, Midas Fall, im MTC Köln (Stephan Wolf)

Der wiederentdeckte Hang zur Emphase des Postrock (so circa zwischen Explosions In The Sky und Casparian, aber doch so vollkommen anders und eigen) erschließt sich vor allem bei der Live-Weltpremiere des Tracks Blink, – während der dezidiert griffige Anspruch dieser Ausnahmeband – durchgängig – von einer erstaunlich prominenten Percussion gestützt wird. Die akzentuiert eingesetzte Standtrommel mag – in diesem Sinne – mehr als nur ein symbolisches Stilmittel abgeben. Und – wenn es nur eine Tour gäbe, die ich empfehlen dürfte, es wäre die von Midas Fall:

03.03. Frankfurt (Nachtleben)
04.03. Hamburg (Headcrash)
05.03. Berlin (Musik und Frieden)
06.03. München (Backstage Club)

Blink:
youtube.com/watch?v=pnvVBplqXbc

Glue:
youtube.com/watch?v=oZ_ArHLW43I

Push:
youtube.com/watch?v=O3FZaeYn0bc

midasfall.com
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