Interview mit Júníus Meyvant

„Ich habe mich dafür entschieden, immer locker zu bleiben“

Júníus Meyvant (Stephan Wolf)

amusio: „Wie lässt sich dieser Beat transponieren? Wie empfindest du das Spannungsverhältnis zwischen Studioarbeit und Live-Performance?“

Júníus Meyvant: „Als ziemlich entspannt. Im Studio spielen einfach drauflos. Und behalten anschließend dasjenige, was am besten mit unseren Vorstellungen von Beat und Vibe entspricht. Auf der Bühne sind wir zwar konzentrierter, aber das soll nicht heißen, dass wir uns dort der Spontaneität entsagen. Mit jedem Gig wird jeder Song besser, davon bin ich überzeugt. Weil das im Studio Eingespielte nur – und vor allem – von seiner Neuigkeit lebt.“

amusio: „Das ist ein außergewöhnliches Statement. Die meisten Musiker vertrauen doch auf die Live-Situation, gerade auch um der Routine des Geübten zu entgehen, oder?“

Júníus Meyvant: „Im Studio ist alles neu. Und – es herrscht dort leider Stress, man kann ja nicht auf ewig dort verweilen! Aber man wiederholt – und wiederholt – sich dort. Man beginnt, zu kalkulieren. Wenn jedoch das dort Form gewonnene Material auf die Bühne kommt, gewinnt es gleichermaßen an Konsistenz, Vitalität und Entspannung.“

amusio: „Und das de facto erzwungen Manipulierte der Aufnahmen verliert sich auf der Bühne?“

Júníus Meyvant: „Ja, so empfinde ich das. Aber deswegen ist man vor Fehlern noch längst nicht gefeit.“

amusio: „Fehler?!“

Júníus Meyvant: „Nun, es geht mir immer um den Beat. Um das Tempo. Wenn ich mich an der Gitarre mal verspiele, ist das nicht weiter schlimm. Sondern birgt vielmehr einen einmaligen Reiz, der den Charakter eines Songs in ein anderes Licht zu rücken vermag. Wenn ich jedoch spüre, dass das Tempo vom Gefühl her nicht stimmt, es sich nicht richtig anfühlt, tendiere ich zur Selbstkritik.“

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