TÜSN - Trendelburg

Autonom gedacht, klug gemacht

TÜSN: „Trendelburg“ (Tüsn/Soulfood)

Am Debütalbum der nordhessischen Wahl-Berliner schieden sich die Geister: Während das Gros der aufmerksam gewordenen Hörerschaft Schuld als Offenbarung in Sachen innovativer deutschsprachiger Synthpop ins Herz schloss, mehrten sich allmählich auch jene Stimmen, die TÜSN als vorhersehbar agierende Klischee-Fabrik zu diskreditieren trachteten. Dieser Vorwurf ist angesichts von Trendelburg (Tüsn/Soulfood) – selbst beim besten Unwillen – nicht mehr haltbar.

Denn TÜSN machen so ungefähr alles anders als für gewöhnlich üblich. Und das machen sie verdammt gut! Die Arrangements halten sich stets Hintertürchen offen. Kleine Freiheiten, die dermaßen geschickt genutzt werden, dass man sich noch nicht einmal als an der Nase herumgeführt wähnt, wenn EDM-Elemente (Zweifel) einfließen oder gar die Marteria-Masche mit Linkin Park-Pathos flirtet (Kranke Heile Welt).

Wobei das allzu gebrauchsfertig gestrickte Schwarzer Lambada die Qualitätsnorm deutlich unterschreitet: Schielen TÜSN hier etwa in Richtung Bilderbuch? Doch diesen gelinden Lapsus gleichen Tracks wie der dramatisch dringliche Opener (Trendelburg), das sich in Wut und Agitation steigernde Made In Germany oder der tückisch hymnische Ausklang Letzter Tag mehr als aus. Die Geister, die TÜSN mit ihrem Zweitwerk rufen, dürften diesem Musterbeispiel für autonom gedachten Pop mit Schlagseite kaum widerstehen können.

Kranke Heile Welt:
youtube.com/watch?v=SK4r_P1YESg

KÜSN:
youtube.com/watch?v=2uQWO8Ui_CQ

26.04. Bremen (Tower)
27.04. Rostock (Helgas Stadtpalast)
28.04. Hamburg (Nochtspeicher)
29.04. Frankfurt/Main (Nachtleben)
01.05. München (Backstage)
02.05. Nürnberg (Club Stereo)
03.05. Saarbrücken (Garage)
04.05. Osnabrück (Kleine Freiheit)
05.05. Hannover (Lux)
07.05. Köln (Blue Shell)
08.05. Leipzig (Moritzbastei)
09.05. Braunschweig (Eulenglück)
10.05. Berlin (Urban Spree)

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