Schiller - Morgenstund

In Hülle und Fülle

Schiller: „Morgenstund“ (Sony Music)

Zwanzig Jahre nach seinem Debüt Zeitgeist veröffentlicht Christopher von Deylen alias Schiller am Freitag sein zehntes Album: Morgenstund (Sony Music). Was sich so gewöhnlich liest, erweist sich – selbstredend für dieses einzigartige Projekt – als ein Ausbund an Aufwand und Ausstattung. Ein überbordendes Line-up erlesener (und im gegebenen Rahmen – wie üblich – vielfach überraschend gewählter Gastmusiker) sowie großzügig konfektionierte Formate können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich Schiller jederzeit musikalisch absolut treu bleibt. Fans können sich also auf über 80 Minuten vollendeter Tiefenentspannung gefasst machen.

Experimentelle Querschläger oder sonstige Ausreißer sind nicht zu befürchten, wenn Christopher von Deylen seine Signaturen im großen Stil beschreibt. Flächige Ambient-Sounds voller Strahlkraft, souverän gedämpfte Beats sowie gesanglich getragene Atmosphären zwischen Aufbruchsstimmung und Kontemplation – Schiller bürgt für die ihm eigene, unverwechselbare Qualität.

Da fällt es nicht leicht, besondere Highlights hervorzuheben. Morgenstund erweist sich als ein Sog, bei dem es letztlich doch an den jeweiligen Gästen liegt, charakteristische Akzente zu setzen (die indes der Meister selbst lanciert). So etwa die Tracks Avalanche und New Day (die sich mit der Stimme von Schwarz auf Anhieb im Gedächtnis verankern) oder Das Goldene Tor und Berlin Theran – Kooperationen mit Yalda Abbasi an der persischen Dotar.

Schiller (Annemone Taake)

Ferner gelingt es Nena, den Charme des Titeltracks zu stützen. Rebecca Fergusson (Love) und Tricia McTeague (Universe) komplettieren das Aufgebot an weiblichen Ausnahmestimmen, derweil die Beiträge von Jan Blomqvist (In Between) und Jhyve (Dreamcatcher) beinahe schon gewöhnungsbedürftig anmuten. Gleichfalls markant: Das Engagement von Tangerine Dream, die sich mit ihren typischen Synth-Sounds doch glatt „gegen“ die des Initiators durchsetzen (Morgenstern). Und so die Melodie-Sequenz von Lichtjahre auf Giorgio Moroder zurückgeht, spricht dies für die ungebrochen imposanten Duktus des Altmeisters.

Apropos: Auf Harmonia ist Mike Rutherford an der Gitarre zu vernehmen. Kein Wunder, entstand dieser Track doch im Genesis-Studio „The Farm“, einem von insgesamt acht Aufnahmeorten, von Teheran bis Südtirol. Schiller, der Weltenbummler. Mit dem inneren Antrieb des perfekten Klangs, der Haltung innerer Aufgeschlossenheit.

Abschließend noch ein Wort zu den Darreichungsformen: Neben der Ultra Deluxe Edition (inklusiver handsignierter Leinwand) und der Super Deluxe Edition (inklusive Hardcoveruch im Schuber), brilliert bereits die Deluxe Edition mit Opulenz. Denn neben der Standard-CD enthält sie eine Blu-Ray. Und diese wiederum das „Kopfhörerkonzert“ Panta Rhei, eine Dolby Atmos-Version des Albums, eine Dokumentation (Hinter den Kulissen), fünf Videos und weitere Extras. Noch mehr wäre schlicht zu viel.

In Between, mit Jan Blomqvist:
youtube.com/watch?v=czL48Pnidtw

Universe, mit Tricia McTeague:
youtube.com/watch?v=vr0I0aYdtFA

08.05. Dresden (Messe)
09.05. Leipzig (Arena)
10.05. Frankfurt/Main (Jahrhunderthalle)
11.05. Nürnberg (Nürnberger Versicherung Arena)
12.05. Bielefeld (Seidensticker-Halle)
14.05. Erfurt (Messe)
15.05. Hannover (Swiss Life Hall)
17.05. Köln (Lanxess Arena)
18.05. Oberhausen (König Pilsener Arena)
19.05. Mannheim (SAP Arena)
20.05. Stuttgart (Porsche Arena)
21.05. München (Olympiahalle)
23.05. Bremen (ÖVB-Arena)
24.05. Hamburg (Barclaycard Arena)
25.05. Berlin (Mercedes Benz Arena)

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