„The Conversation“ – Wiedergeburt in mehrfacher Hinsicht

Mit dem achten Studioalbum feiert die britische Band mit dem amerikanischen Namen nicht nur ihr silbernes Jubiläum, sondern schafft auf „The Conversation“ auch die Gratwanderung zwischen Tradition und Moderne. Für jemanden, der nach all den Jahren eigentlich gar nicht weiß, wie sich so ein Texas-Album anhören sollte, keine schlechte Leistung. „Aber ich weiß, dass ‚The Conversation‘ exakt wie ein Texas-Album klingt“, sagt Frontfrau Sharleen Spiteri.

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Rock-Pop-Mix mit 50s-Einschlag: "The Conversation" von Texas

Rock-Pop-Mix mit 50s-Einschlag: „The Conversation“ von Texas

Mal ehrlich, wer glaubt, dass der große Texas-Hit „Say What You Want“ schon gute 16 Jahre alt ist? Der könnte auch heute noch als Neuentdeckung im Radio durchgehen – wenn ihn eben nicht schon jeder kennen würde. Musikalisch aber ist er zeitlos, so zeitlos wie scheinbar alle Werke seiner Macher. Auch die elf neuen Tracks auf „The Coversation“ verkörpern diese Alterslosigkeit. Da wird der ein oder andere Song auch in 20 Jahren noch zeitgemäß klingen.

Klar, die Bandmitglieder selbst sind vor dem Alter nicht gefeit – und auch nicht vor dem Leben. Vor „The Conversation“ wartete auf die Gruppe eine Belastungsprobe der besonders schlimmen Art: 2009 wurde bei Gründungsmitglied Ally McErlaine ein Gehirnaneurysma festgestellt. Die Überlebenschance betrug damals gerade einmal 20 Prozent. Aber McErlaine erholte sich nicht nur vollständig, sondern war auch derjenige, der Texas nach längerer Pause wieder reaktivierte.

Ergebnis dieser doppelten Wiedergeburt ist nun das neue Album „The Conversation“, das – wie man es von Texas kennt – eine Mischung aus Keyboard-Pop, Gitarren-Rock und dieser feinen 50er-Rock’n’Roll-Note bietet. Letztere findet sich auf dem gesamten Album immer wieder. Vor allem „I Will Always“ besitzt diesen verträumten Klang einer unverkrampften Liebeserklärung aus den 50s – textlich wie auch musikalisch.

Mit dem titelgebenden Track hat die Band einen Ohrwurm mit integriertem Schlachtruf geschaffen: Time to have a conversation! Es wird heutzutage auch viel zu wenig Klartext geredet! Dank der eingängigen Gitarrenriffs transportiert der Song sogar ein wenig den Cowboy-Klang des US-Bundesstaats, der den gleichen Namen wie die Band trägt. Beide haben aber eigentlich nichts miteinander zu tun. Inspiration für den Bandnamen lieferte das Wim-Wenders-Roadmovie „Paris, Texas“.

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Über Kathrin Tschorn

Kathrin Tschorn | Freiberufliche Musikredakteurin und Lektorin, beheimatet in Berlin. Stets Musik aus den Bereichen Pop, Rock, Indie, Jazz sowie allem dazwischen auf den Ohren und eine Tastatur unter den Fingern.