Nachricht von Barbara Strozzis Schwester im Geist der Musik

Mehr als nur Talent …

… benötigten einst komponierende Frauen, um ihr Werk öffentlich zu machen. Zu ihnen gehörte eine in Sachen Musik hochengagierte Zeitzeugin der Barockzeit in ihrer Morgendämmerung: Isabella Leonarda (1620 – 1704) konnte nicht wie wenige andere der Epoche auf Protektion adliger Gönnerinnen setzen, vielmehr entwickelte sich die begabte Musikerin hinter den Mauern eines Klosters im piemontesischen Novara, ihrem Geburtsort.

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Die spätere „madre vicaria“ eines Ursulinenklosters schrieb auch unterhaltsame Instrumentalmusik; häufiger gespielt wird heute ihre ‚Sonata duodecima‘ (It p.d.).

Im Ursulinenkloster, in das sie bereits mit 16 Jahren eintrat, verbrachte sie die meiste Zeit ihres Lebens. Dort wurde sie vermutlich vom Kapelleister der Kathedrale, Gasparo Casati, unterrichtet. Etwa von der Mitte des 17. Jahrhunderts an fertigte sie mehr als zweihundert Einzelkompositionen an, insbesondere Solomotetten, doch schrieb sie auch weltlichen Genres wie der Triosonate zu. Eine Sammlung von elf solcher Sonaten, heute nummeriert als op. 16 wurde durch eine Solosonate ergänzt und erschien 1693 in Bologna im Druck. Leider müssen von den 20 Sammlungen aus ihrer Hand drei, nämlich op. 1, 5 und 9 vorerst als verloren gelten.

Isabella Leonarda:
Hörprobe
Noten und Editionen

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler in Erfurt, Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.