Interview mit Otto Wicks-Green (sleepmakeswaves)

„Jeder Track ein Puzzleteil“

Otto Wicks-Green, sleepmakeswaves (Stephan Wolf)

amusio: „Aber es gibt auch Postrock-Bands aus Luxemburg. Und dem Genre wird tendenziell Stagnation vorgeworfen…“

Otto Wicks-Green: „Ach, ich ziehe mir diesen Schuh nicht an. Diese mitunter auch berechtigte Kritik beißt sich zu häufig an einzelnen Songs fest, die gewisse Schemata aufgreifen. Aber das ist dann so, als wolle man da Vinci auf die Mona Lisa reduzieren. Uns geht es darum, im Sinne eines Albums oder eines Konzerts, über den einzelnen Song hinauszugehen. Und ich vermute, dass es vielen anderen Bands ebenso ergeht. Jeder Track ist ein Puzzleteil, erst in der Gesamtschau ergibt sich das volle Bild. Und in dieser Perspektive spreche ich dem Vorwurf der Stagnation oder Redundanz seine Triftigkeit ab.“

amusio: „Alles auch eine Frage der Dramaturgie…“

Otto Wicks-Green: „Sicher, aber ich weiß, dass man unsere Konzerte genießen kann, ohne unsere Alben zu kennen…“

amusio: „Inwiefern spiegeln Postrock-Strukturen den üblichen – bis idealisierten – Ablauf eines Geschlechtsverkehrs?“

Otto Wicks-Green: „Das ist eine Frage, die wieder auch nur ihr Europäer stellen könnt (lacht). Ich will mich da nicht festlegen, aber auch nichts verneinen. Möge doch jeder seine eigenen Erfahrungen machen.“

amusio: „Aber – wie kamst du zu dieser Art von Musik?“

Otto Wicks-Green: „Alles fing in den Achtzigern mit Metal an. Metallica! Da wollte ich natürlich auch Gitarre spielen können! Später beeinflussten mich die unterschiedlichen Formen der so genannten Heavyness, der Schwere. Bands wie die Deftones, wie Baroness, wie Mastodon oder Isis – in besonderem Maße. Dann vernahm ich Explosions In The Sky und This Will Destroy You. Und ich dachte mir: Pack noch einen Haufen Electronics mit rein, dann passt es schon…“

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