Radare - Der Endless Dream

Schliff der Adoleszenz

Radare: „Der Endless Dream“ (Golden Antenna/Broken Silence)

Nach dem – im allerbesten Sinne – entsetzlichen Brocken „Im Argen“ gönnt sich die aus lauter hilfloser Gewohnheit ständig mit Bohren und der Club of Gore in Bezug gesetzte Band mit Der Endless Dream (Golden Antenna/Broken Silence) eine etwas lockerere Form, die sich – bei aller Sanftheit des Anschlags – jedoch schnell wieder in ihr Gegenteil verkehrt.

Geht es doch, ähnlich (übrigens) wie beim letzten Album von Tocotronic, um die Irrungen, Wirrungen und unvergesslichen Träume der Adoleszenz. Wie gewohnt, sitzt hier jeder Ton. Oder vielmehr noch: Jegliche Andeutung eines Tons, den Radare dann doch nicht wählen. Um den Hörer vor die Pumpe seiner Borniertheit laufen zu lassen. Mag sein.

Die auf Der Endless Dream geschürte Laune ergeht sich jedenfalls in einer extrem lebhaften Zuneigung in Bezug auf nostalgische Sentimentalität. Und auf das Wissen um ihre Lächerlichkeit. Ihrer Vakanz. Ihres Verlusts – als die einzige Erfahrung, die Gültigkeit zu reklamieren – für sich beanspruchen kann. Der Gestus der endogenen Notwendigkeit verleiht dem mit Lari Eiden produzierten Album den letzten Schliff. Hoffentlich nicht den allerletzten – für Radare.

Loup de Mer:
youtube.com/watch?v=e_OMhLKhzDs

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