Interview mit Sarah Nücken (Mrs. Greenbird)

„Nun haben wir in der Album-Dimension gedacht“

Mrs. Greenbird (Greenbird Records/Edel)

amusio: „Inwiefern hat sich das Wissen um die gewerbliche Autonomie auf den kreativen Prozess ausgewirkt?“

Sarah Nücken: „Wir haben nicht versucht, Singles zu produzieren. Bei einem Majorlabel ist die Sache klar: Es werden drei Uptempo-Nummern eingefordert, die Airplay bekommen. Der Rest läuft nebenher. Nun haben wir in der Album-Dimension gedacht. Schließlich hören auch wir bevorzugt Alben, keine Singles. Erst als Dark Waters fertig war, haben wir uns Gedanken darum gemacht, welche Songs sich als Auskopplung eignen könnten. Da tat sich dann erstaunlicherweise Morals hervor. Ein Song, den wir selbst aufgrund seines eigenartigen LoFi-Indiepop-Aromas zunächst gar nicht ernst genommen haben.“

amusio: „Aber als ersten Vorboten habt ihr One Day In June veröffentlicht…“

Sarah Nücken: „Weil dieser Song als erster fertig produziert war. Er diente als sozusagen als Testballon, auch für die Label-Arbeit. Mehr Lebenszeichen denn Single.“

amusio: „Man könnte The Simple Things als Schlüsselsong empfinden. Als symptomatisch für das gesamte Album, das sich durch Reduktion auszeichnet. Oder würdest du in dieser Hinsicht einen anderen Song hervorheben?“

Sarah Nücken: „The Simple Things ist tatsächlich ein sehr wichtiger Song. Ich habe ihn unmittelbar nach unserer Rückkehr aus Nashville geschrieben. Ich litt an einer Schreibblockade. Und saß mit Jetlag auf dem Sofa. Doch dann kamen mir die ersten Zeilen in den Sinn. Und nach einer Stunde war der Song fertig. Mit ihm habe ich meine Kreativität wiedergefunden. In diesem Sinne bedeutet uns auch Long Time No See recht viel: Seht her, wir sind wieder da! Und da wäre noch Dark Waters, der Titelsong, mein erklärter Liebling.“

amusio: „Ein sehr starker Song! Vor allem das Gitarrensolo von Steffen…“

Sarah Nücken: „Das ist auch ein Grund, weswegen ich diesen Song so sehr mag. Denn ich liebe dieses Solo.“

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