Yair Etziony - Ingress / Maps And Diagrams - Azurescens

Alles klar?!

Yair Etziony: „Ingress“ (False Industries)

Der in Berlin ansässige Israeli Yair Etziony arbeitet hörbar unverdrossen an einer sich sukzessiv ausweitenden Brillianz der eigenen Interessen. So lässt sich vor allem die klangliche Transparenz interpretieren, mit der sein Album Ingress (False Industries) beeindruckt. Sein vor kurzem erschienenes Split-Album mit Tim Diagram (als Maps And Diagrams) – Azurescens (False Industries) – lässt hingegen vermuten, dass Yair Etziony derweil Lust am Vagen, am Experiment schlechthin, auch noch nicht vergangen ist.

Baltia, Delphi, Albion, As Above So Below – die Alben gewordenen Vorläufer von Ingress muteten stets als eine im Modus der Suche verkleidete Gewissheit an. Ganz so, als wolle ihr Schöpfer mit der Wahrheit nicht so recht rausrücken, als sähe er sich gezwungen, seine Erkenntnisse – zumindest den als Künstler gewonnenen – kunstvoll zu kaschieren. Auf Ingress indes tritt deutlich zutage, was seine Umtriebe in den Phänotypus der Blüte transponiert. Angeblich im Zustand einer ernstzunehmenden Erkrankung erstellt, wird der Konnex aus Hingabe und Resignation, so auch durch zig Filter gejagt, nicht nur hör- sondern auch spürbar. Beängstigend gut.

Maps And Diagrams: „Azurescens“ (False Industries)

Ungleich zickiger, uneindeutiger und (innerlich) hochgradig nervös offeriert Azurescens eine Alternative. Hier wird eine Suche dokumentiert, die kaum Wert aufs diagnostische Finden legt. Freispiel und Struktur – Blasen wie Liebe, Hoffnung oder Glaube – werden diskreditiert, der Ursprung entzieht sich der Kontrolle. Von Instanzen, die das Bewusstsein kontrollieren, indem sie nur so tun als ob sie dies nicht täten. Anspruchsvoll dem Namen nach, anregend – wenngleich ohne Emblem.

false-ind.com
facebook.com/falseind
yairetziony.bandcamp.com

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