Deserter - Europa!

Schengenraum auf Synthiepop – Trans Europa Express

DeSerter: „Europa!“ (Mira Records)

Ein Künstler, der offenbar alles Schaffen in den Dienst der Sache stellt. Und hinter seinem Nom de Guerre – DeSerter – nahezu verschwindet. Jedoch nicht bis zur Unkenntlichkeit. Steht doch sein aktuelles Album – Europa! (Mira Records) – ganz im Zeichen eines Plädoyers für etwas weit über ihn selbst Hinausweisendes. Eine Rarität, – speziell in den von ihm inszenierten Gefilden des euphorisch gestimmten Synthpop, wo normalerweise nur individueller Herzschmerz thematisiert wird.

Nein, DeSerter verschreibt sich inhaltlich ganz und gar dem Aufruf zur Wahrung des europäischen Gedankens. Dem Aufruf zur verantwortungsvollen Wahrnehmung der Europawahl. Sowie einem Warnruf, der Stellung bezieht: So die – vielleicht – innovativste Idee der bisherigen Menschheitsgeschichte ins Wanken gerät, wenn nicht gar zu scheitern droht. Dass er dabei, wie schon auf dem Vorgänger The Good Life, herzhaft aus der Asservatenkammer von OMD, Depeche Mode oder Human League schöpft, macht die Sache zur erstaunlichen Delikatesse.

Kennern drängt sich der Vergleich mit TourdeForce alias Christian Ryder auf (wiewohl der Italiener eine genuin andere Sicht auf das Konstrukt namens Europa wirft). Doch DeSerter schlägt mit artverwandten Mitteln einen anderen Weg ein. Beschwört, statt zu kritisieren. Und legt ein Album vor, das dazu angetreten ist, Hoffnung und Lebensfreude an Sounds zu knüpfen, die frohlocken, wo andere den Rückzug ins Private favorisieren. Melodien, die gute Laune machen – eine glasklare, sehr offensiv gefahrene Produktion inklusive.

Europa! (Single Mix):
youtube.com/watch?v=3fijgiWiu0Y

deserter-music.com
facebook.com/desertermusic

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!