Myrath - Shehili

Heiß & Geil

Myrath: „Shehili“ (earMUSIC/Edel)

Das grandiose Vorgängeralbum Legacy ließ vermuten, dass die tunesischen Metaller an ihre Grenzen gestoßen wären. Was sollte danach noch kommen? Außer Redundanz oder einer kompletten Neuausrichtung? Wie man sich irren kann, beweist das nunmehr fünfte Album – Shehili (earMUSIC/Edel). Denn hier präzisieren die „Wüstensöhne“ ihren Stil ein weiteres Mal. Mit frappanter Freude am eigenen, hochgradig eigenständigen Schaffen.

Das homogen-subtile Verweben tradierter Rhythmen, Strukturen und Klängen des Maghreb mit den Elixieren eines blitzgescheit komponierten Kraftmetalls gelingt Myrath ein weiteres Mal. Nur ist diesmal die Produktion (Kevin Codfert) so dermaßen fett und klar geraten, dass Shehili den geneigten Hörer auf Anhieb einfach nur in eine Art siedenden Beschlag nimmt. Wie jener Wüstenwind, der dem Album seinen Namen gab.

Insbesondere die Breaks, die Myrath hier in exakt proportionierten Songs anschlagen, landen treffsicher ins froh gestimmte Gemüt. Es handelt sich um „positive“ Energie, die hier veräußert wird – trotz der inhaltlich durchaus nachdenklich bis aufrührend aufbereiteten Themen. Das unterschwellig (angeblich) für europäische Gemüter Fremde würzt das Ganze derweil mit Versiertheit und Hingabe. So entstehen ungeahnte Schnittmengen, deren Konsistenz erst im letzten Drittel etwas an Stichhaltigkeit verliert. Aber es steht zu vermuten, dass Myrath mit Darkness Arise und dem abschließenden Titeltrack nur einige Nüsse hat reifen lassen, die mehr Anstrengung erfordern, um sie auch zu knacken.

Die internationale Presse ist begeistert. Wir auch. Und erwarten sehnsüchtig eine hoffentlich bald stattfindende Tour.

No Holding Back:
youtube.com/watch?v=fWSbC7vPf6E

Dance:
youtube.com/watch?v=b2rKORvyOcM

myrath.com
facebook.com/myrathband

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