Wave Gotik Treffen XXVII - Prelude (1)

Ground Nero, And The Golden Choir, Battle Scream

(wave-gotik-treffen.de)

Bald, ja sehr bald sogar, ist es endlich wieder soweit: Über Leipzig wird zu Pfingsten die global versprengte Gemeinde des schwarzen Stils kollektiv einbrechen. Für vier Tage und Nächte das Stadtbild prägen – und sich den schier unzähligen Reizen hingeben, die das Wave Gotik Treffen auch in seiner 28. Auflage für seine Gäste bereithält. Wie schon in vergangenen Jahren, werden wir auch dieses Mal – anhand von Interviews und kurzen Porträts von beteiligten Künstlern – unseren kleinen Beitrag leisten, der das WGT gebührend anzukündigen vermöge. Den Anfang machen 2019 Ground Nero, And The Golden Choir, Battle Scream.

(facebook.com/Groundnero)

„Was das WGT betrifft, bin ich ein absoluter Novize“, gibt Nomad, Gitarrist der belgischen Postpunk-Formation Ground Nero unumwunden zu. Was insofern überrascht, als dass mit ihm ein Veteran der Szene spricht. Einer, der schon in den glorreichen Achtzigern musikalisch in den schwarzen Gefilden Belgiens gut unterwegs war. Und nun, in der zweiten Blüte seines Lebens, mit bewährten Freunden – und in Form von Ground Nero – einen weiteren Anlauf unternimmt, die Chose zu bereichern. „Dass wir nach nur zwei EP-Veröffentlichungen zum WGT eingeladen wurden, haben wir sicher unserem Label Danse Macabre, also Bruno Kramm zu verdanken. Und wir werden alles daran setzen, dieser Ehre gerecht zu werden.“

Leider können er und seine Genossen – Guido Wampers (Vox) und Peter Philtjens (Bass) – erst am Sonntag nach Leipzig reisen. „Wir wollen am Samstag noch für die Release-Show unseres Longplayers proben, von dem wir auf dem WGT auch erstmals einige Auszüge live präsentieren wollen“, erläutert Nomad. Ist das denn so wichtig? „In diesem Falle schon, da wir gedenken, viele quadrophonische Sound-Effekte einzubauen, die sich auf unserem Album finden werden, sich live jedoch kaum seriell reproduzieren lassen. Es wäre zwar schön, diese auch aufs WGT mitbringen zu können, aber das ist technisch nicht machbar.“

Dennoch steht mit dem Gastspiel des flandrischen Trios am Festival-Montag ein besonders delikater Leckerbissen an, den sich Freunde des tradiert-modernen Postpunk nicht entgehen lassen sollten. Ganz gleich, aus welcher Altersstufe sie oder er entstammen. „Wir haben im vergangenen Winter – gemeinsam mit Wisborg, Astari Nite und The Spiritual Bat – schon eine kleine Club-Tour in Deutschland absolviert. Und die verlief wunderbar! Mir war dabei nur aufgefallen, dass das Publikum in Deutschland auch Nachwuchs verzeichnet. In Belgien sind immer die gleichen Leute auf Szene-Veranstaltungen unterwegs. Die mit uns in Ehren gealtert sind“, lacht Nomad. Und erhofft sich vom WGT natürlich auch eine Steigerung des Interesses an Ground Nero.

Vielleicht schaffen wir es sogar, die ersten Exemplare unserer neuen CD mitzubringen.“ Einem Album, das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die von den beiden EPs (Beyond, Scales) geschürten Erwartungen noch übertreffen wird. Aber davon mal abgesehen: Über Pfingsten bräuchte in Belgien niemand ein Dark-Event organisieren. „Denn dann sind die hiesigen Szenegänger ohnehin alle in Leipzig“, befindet Nomad – mit der spürbaren Vibration freudiger Erwartung in der Stimme.

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