Töne aus den Staaten: Pennsylvania, Indiana

Günstiger Wind für Klassik: Frühling in der Luft

In den Vereinigten Staaten leistet sich eine gut aufgestellte Privatwirtschaft (danach die öffentliche Hand) nicht nur Windkraftanlagenbau, es gibt auch viele kleinere und größere Ensembles, die ihrem Hörerpublikum mit Holzblasinstrumenten Wind machen. Aber nicht nur mit diesen: Dirigent Adam Brennans Great Lakes Wind Symphony – ansässig im Bundesstaat Pennsylvania – beschäftigt im gemäßigten Umfang zusätzlich Blechbläser, die dem Repertoire nach eben eher zum Holz als zur Brass Band gehören, insonderheit Traverssilberflötisten, Hornisten und Saxophonisten.

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Nicht weit von der kanadischen Grenze: In der nordwestlichen US-Region der Großen Seen verortet sich auch The Great Lakes Wind Symphony mit ihrem Dirigenten Adam Brennan (North Shore Palisade Head Area, Lake Superior, Minnesota, US p.d..).

Vier namhafte Saxophon-Solisten gehören zu dieser Gruppe, ganz vorne Richard Pollock und Susan Anderson, die gleichermaßen im Hornell Area Wind Ensemble engagiert ist. Noch häufiger auf Achse, nämlich zusätzlich in fünf weiteren Formationen ist die Baritonsaxophonistin Mikaela Brown.

Über dem Ozean ist bekanntermaßen die parallele Ausbildung und Praxis in Klassik wie Jazz (im „melting pot“ mit anderen populären Stilen zusammen) seit wenigstens 100 Jahren Normalität, die Grenzen zwischen den Sparten fließend – im Unterschied zu Mitteleuropa, wo überwiegend mit dem „Steifkragen“ der Tradition studiert wird. In den USA orientiert man sich eher an den Festen der Jahreszeiten, zu denen alle Genres ihren Beitrag leisten: Dementsprechend lautet das Motto zum Konzert der Great Lakes Wind Symphony am 25. Mai um 19 Uhr Spring is in the Air! Der 30. Juni 2019 untersteht mit dem Wahlspruch Celebrate America! dem Banner unmittelbar …

Beliebt sind seit „Gründerzeiten“ in den Vereinigten Staaten die Navy Bands als Bläserorchester (Great Lakes wind ensemble, Highland Park, High School band, 6.11.2011, US p.d.).

Leicht mit letzterem zu verwechseln ist das ebenfalls in Pennsylvania beheimatete American Wind Symphony Orchestra, das nach eigener Aussage den ganzen Kontinent vertritt (nicht nur die USA). Es wurde ein halbes Jahrhundert lang von dem ehemaligen Trompeter Robert Austin Boudreau geleitet und existiert seit nunmehr 55 Jahren. Die überwiegend jungen professionellen Musiker wechseln fast jedes Jahr ihre Belegschaft durch, was den Nachwuchs an talentierten Kräften sowohl bei den zahlreichen Holz- als auch Blechbläsern des Orchesters garantiert; zum Ensemble gehören auch Perkussion, Klavier, Celesta und Harfe, um den symphonischen Klang abzurunden und das Repertoire zu erweitern.

Erfreuen sich in den USA anhaltend großer Beliebtheit: Holz- und Blechblasorchester wie hier die Indiana Wind Symphony (Mark Kimpel, 5.1.2011, CC-Liz.).

Einzigartig ist das vom ingeniösen Architekten Louis Kahn gestaltete schwimmende Konzerthaus Point Counterpoint II, auf und in dem die AWSO-Konzerte bislang stattfanden, auch wenn das Unternehmen wegen einiger Umstände in die Schlagzeilen geraten war. Viele international bekannte Komponisten haben bereits im Auftrag des Orchesters geschrieben, George Auric beispielsweise, Jean Françaix, Elmer Bernstein, Krzysztof Penderecki, Ned Rorem und Hale Smith, um nur wenige zu nennen. Populär bei einer breiten Hörerschaft wurde auch die Indiana Wind Symphony, die am Freitag, den 24. Mai um 19.30 Uhr zusammen mit dem Saxophonisten Timothy McAllister im Palladium des Center for the Performing Arts in Carmel die Frühlingssaison 2019 feiern wird.

Zum Hineinhören:
Freiluftkonzert der Indiana Wind Symphony am 15. Juni 2018

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler in Erfurt, Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.