Soft Grid - Agency

Packendes Driften

Soft Grid: „Agency“ (Antime/Wordandsound)

Mit Corolla gelang Theresa Stroetges, Jana Sotzko und Sam Slater auf Anhieb ein großer Wurf. Und so birgt der Nachfolger Agency (Antime/Wordandsound) nicht zuletzt den Vorteil, dass er dazu animiert, sich auch mal wieder dem Vorgänger zu widmen. Nichtsdestoweniger hält Agency das Niveau von Corolla. Gibt sich auf Anhieb zwar etwas sperriger, erlöst den Hörer aber nach und nach mit exakt gesetzten Brüchen, die dem Flow indes keinen Abbruch tun – auf Basis von einem Klangkonzept, das sich als „Post Psychrock“ etikettieren ließe, – so dies denn unbedingt sein muss.

Während die beiden Longtracks (PPPY CNNN, A Century Behind) ihrem langen Atem ein stetes Wechselspiel aus An- und Entspannung angedeihen lassen, verdichten die drei weiteren Titel die Quintessenz aus gedoppeltem Gesang, pointierten Gitarren-Effekten, kraftvollem Schlagwerk und noch so manchem mehr. In dieser Hinsicht darf Airplane als Highlight bezeichnet werden, zumal die auffällige Direktheit nicht auf Kosten von Subtilität und Raffinesse ausgereizt wird.

Es handelt sich bei Agency um ein Album, das den Hörer auffängt, sobald er sich in ihm zu verlieren droht. Allerdings geben Soft Grid das Geheimnis ihrer dramaturgischen Kniffe kaum preis. Die Strukturen bleiben nahezu undurchschaubar, was in dem Betätigungsfeld des Trios eine Seltenheit darstellt. Luxurierendes Driften und entschlossenes Zupacken schließen sich nicht aus. Besonders wertvoll.

A Century Behind:
youtube.com/watch?v=lHYPsuFyUNc

08.06. Hersbruck (Viggyazz Festival)
15.06. Hamburg (E/U Fest, MS Stubnitz)
29.06. Hannover (Theaterformen Festival)
05./06.07. Halle (MACH Festival)
12.07. Landau (Landauer Sommer)
23./24.08. Storkow (Alinae Lumr Festival)

softgrid.bandcamp.com
facebook.com/thesoftestgrid

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