A-WA - Bayti Fi Radi

Familiäre Legendenbildung

A-WA: „Bayti Fi Radi“ (S-Curve/BMG)

Tair, Liron und Tagel Haim aus dem israelischen Arava-Tal eilt seit Habibi Galbi, ihrer ersten Single – sowie dem gleichnamigen Debütalbum von 2016 – der Ruf des Phänomenalen voran. Dass es sich hierbei keineswegs um ein Gerücht namens Hype handelt, untermauern die Schwestern mit judäo-arabischen bzw. jemenitischen Wurzeln auf Bayti Fi Radi (S-Curve/BMG): Eine höchst vitale Verquickung von Tradition und Moderne, die den Anspruch der Einzigartigkeit zurecht für sich reklamieren kann.

Bayti Fi Radi (dt. Heimat im Kopf) erzählt die Geschichte der gemeinsamen Urgroßmutter und ihrer Flucht aus dem Jemen nach Israel zur Zeit der „Operation Magic Carpet“ 1949/50. Doch vollkommen anders als dieses Thema vermuten lässt, greifen A-WA und Produzent Tamir Muskat die persönliche (und zugleich stellvertretende) Legendenbildung auf. Und setzen sie auf Basis glasklar produzierter Electro-Sounds um, die – druckvoll und anschmiegsam zugleich – nahöstlich tradierte Elemente und Melodien ausstatten.

Apropos: Eine optische Vorstellung, wie sich A-WA anhören, liefern die Schwestern gleich mit: So kombinieren sie orientalische Tracht mit dem Chic des Hiphop. Und das sieht mindestens so gut aus wie die Musik von A-WA klingt. Erst gegen Ende von Bayti Fi Radi verliert sich der besondere Charme an dem Verdacht der Selbstwiederholung. Aber dieser Argwohn kann sich angesichts der gebotenen Ereignisdichte nur als Trugschluss erweisen.

08.06. München (Theatron Pfingstfestival, Werkstatt am Glockenbach)

Mudbira:
youtube.com/watch?v=Emur4FjnX2c

Hana Mash Hu Al Yaman:
youtube.com/watch?v=iD90UbVXZSE

a-wamusic.com
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