Töne aus den Staaten: Michigan, Texas, Massachusetts

Quer (und mit langem Atem) durchs Repertoire

Symphonic Bands, unter dem alternativen Namen Concert Bands bekannt, erfreuten sich im Lauf der letzten beiden Jahrhunderte insbesondere in Nordamerika großer Popularität; gemeint sind genau festgelegte Zusammenstellungen von Holz- und Blechblasinstrumenten in Verbindung mit Stabspiel und anderem Schlagwerk, wie sie von den Marching Bands anlässlich etwa von Festprozessionen verwendet wurden und werden.

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Mary Jeanne van Appledorns größere Werke für Perkussion erschienen auf CD 1999 (Terrestrial Music / Eclectic Set for Percussion (ASIN: B013Q7DDX4).

Für diese beliebte Besetzung schrieb die aus Holland im Bundesstaat Michigan stammende Pianistin und Komponistin Mary Jeanne van Appledorn etliche Partituren, die einen Teil ihres gesamten Werks für Orchester ausmachen und zu denen sie später wieder zurückkehrte – was übrigens für nahezu sämtliche Genres, die sie bediente, typisch ist; 1957 entstand A Choreographic Overture, 1981 unter Hinzunahme von Handglocken Lux ‚Legend of Sankta Lucia‘ und 1995 Cycles of Moon and Tides. Doch ihre eigentlichen großen Erfolge konnte sie in frühen Jahren der Kompositionspraxis mit solistischer Klaviermusik erzielen: Set of Five wurde 1951 aufgeführt, Contrasts 1953.

Auftritt der NCHS Symphonic Band in Roman Forest, Texas (Jill Carlson, 24.4.2018, CC-Liz.).

Mary van Appledorn (1927 – 2014), deren Urgroßeltern aus den Niederlanden einst in den USA eingewandert waren, verfolgte neben dem Klavierstudium ihre weitergehende Karriere mit großer Beharrlichkeit bis zur Promotion und konnte sich so als Dozentin in der Abteilung für Musik der Technischen Hochschule von Texas in Lubbock etablieren. Einen „Ausflug“ in die Welten computerbasierten Komponierens ans Michigan Institute of Technology ermöglichte ihre Fakultät 1982. Sieben Jahre später bereits erhielt sie eine Professur an der Texas Tech University.

Brian Swager aus San Francisco spielt im Sommer 2006 auf einem Carillon (27.7.2006, CC-BY SA, CC-Liz.).

Weniger bekannt ist heute Appledorns Faible für das Carillon oder (Kirchen-)Glockenspiel: Nach der Suite im Jahr 1976 erschienen über die Jahrzehnte hinweg drei weitere Stücke, A Celestial Clockwork, Caprice und Tower Music. Die Reihe schließt erst mit Skybells 1991. Überhaupt spielt kirchliche oder spirituelle christliche Musik eine gewichtigere Nebenrolle in ihrem Werk: von dem für weiblichen Chor vorgesehenen Darest Thou Nos, O Soul über Spirit Divine und das für Männer- wie Frauenstimmen mit Orgel vorgesehene Love Divine All Loves Excelling (1988); für begleitete Solostimme entstand 1987 eine Missa brevis.

Diskographie Mary Jeanne van Appledorn

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler in Erfurt, Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.