SYML & Bayonne, Köln, Luxor, 17. September 2019

Unter Wert verkauft

Brian Fennell alias SYML gehört sicherlich – und erst recht im Hinblick auf sein aktuelles Debütalbum – zur akuten Garde gut bestückter Newcomer im Singer/Songwriter-Genre. Bei seinem (zweiten) Gastauftritt zu Köln ließ er leider vieles vermissen, was seiner gehörig zu fad aufgetragenen Schmuse-Nummer im Luxor abträglich gewesen wäre. Hätte sein können.

Zunächst lässt der Hübsche einem anderen Hübschen namens Bayonne den Vortritt: Roger Sellers weiß sich gut zu verkaufen, wenngleich seine schwule Atmo nebst seiner arg an David Guetta angelehnten Show Ironie und Ernst kaum unterscheiden lässt. Potenzial hat der Mann allemal!

Bayonne (Stephan Wolf)

Ohne nennenswerte Verzögerungen entert Brian samt Band die Bühne – und lässt dort auch nicht den geringsten Zweifel zu, dass er angetreten ist, Mitzwanziger-Pärchen eine Stunde der Beschwerdefreiheit zu gönnen. So werden loyale Fans gezüchtet – die alsbald schon keine Zeit mehr haben, um sich um ihn zu kümmern, weil merkwürdig benannter Nachwuchs sämtliche Aufmerksamkeit bindet.

Hätte sich SYML nicht unter Preis geschlagen gegeben, wäre er „ernsthaft“ geblieben – es wäre recht sagenhaft gewesen. Vor einem Publikum, dass jegliche Tanzbewegung als Affront wertet, verliert sich das Pfund im Mittelmaß von Milliliter-Trinkern. Und dafür ist Brian in erster Linie höchstpersönlich verantwortlich zu machen. Schade.

facebook.com/SYMLMUSIC
facebook.com/bayonne

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!