Monolord - Firebreather - Konvent (Köln, Helios37, 09.10.19)

Mäandernde Asphaltfertiger*Innen

Monolord (Stephan Wolf)

Es wundert kaum, dass sich im Publikum zahlreiche Wiederholungstäter tummeln, die sich bereits zwei Tage zuvor im Dortmunder Junkyard diese Doom-Sause der Extraklasse gegeben hatten. Schließlich entfachen Monolord ein veritables Hochamt. So auch zu Köln. Doch auch Konvent und Firebreather können sich hören und sehen lassen.

Letzteres gilt vor allem für Konvent, zumal es sich (leider) um eine Band-Rarität handelt. Wird der Ladendoch ausschließlich von jungen Frauen befeuert, denen anzumerken ist, dass sie satt haben, immer wieder fast ausschließlich von Kerlen beschallt zu werden. Also folgen sie ihren Doom-Herzen (mit gesanglicher Death-Note) – und liefern ein Set ab, das mit gutem Songwriting ebenso überzeugt wie mit der nun einmal nötigen Präsenz. Hoffentlich bleibt der Vierer aus Kopenhagen weiter am Drücker, auf dass noch viele weitere versierte Mädels die Doom-Szene zukünftig bereichern.

Konvent (Stephan Wolf)

Deutlich abgezockter lassen es anschließend Firebreather angehen. Doch hin und wieder geraten ihnen ihre Songs eine Spur zu breiig, um so richtig in Wallung zu geraten. Dass Sänger und Gitarrist Mattias Nööjd äußerlich (wenn auch entfernt) an James Hetfield erinnert, hat hiermit freilich nichts zu schaffen. Dann schon eher das beinahe schon in Sludge-Gefilden mäandernde Song-Material, welches auf Dauer die Orientierung zu verlieren droht. Aber das kann auch gewollt sein. Und so dem so sei, erweist es sich als schön und gut.

Firebreather (Stephan Wolf)

An Prägnanz mangelt es Monolord hingegen am allerwenigsten. Tight as fuck ziehen sie durch, sei es mit neuem (Larvae, The Last Leaf) oder bekanntem (und entsprechend abgefeierten) Material. Da vergisst so manch Anwesender die Etikette – und initiiert vor lauter Begeisterung einen Moshpit, der jedoch recht schnell wieder zum Versiegen gebracht wird. Monolord beherzigen die gute, alte Regel: Stark beginnen. Und sich dann kontinuierlich steigern. Der Weg zur Ekstase will halt ordentlich geteert sein. Und das wissen die schwedischen Asphaltfertiger des Doom nur allzu gut. Ein absolut einwandfreies Erlebnis. An einem überaus lohnenden Abend.

The Last Leaf (Monolord):
youtube.com/watch?v=FcRT_bFaz_0

Heute Mainz (Schon Schön)
11.10. Hamburg (Molotow)

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