A Pale Horse Named Death, Köln, Helios37, 28. Oktober 2019

Freude an Verzweiflung

Sal Abruscato, A Pale Horse Named Death, Köln (Yvonne Wolf)

Der von klassischen Hard Rock- und Metal-Fragmenten durchwobene Doom des Fünfers aus Brooklyn um Frontmann Sal Abruscato und Ex-Type O Negative-Drummer Johnny Kelly erfährt in der Kölner Dunkelkammer Helios37 eine wahre Sternstunde. Musikalisch über jeden Zweifel erhaben, punkten A Pale Horse Named Death dabei nicht zuletzt mit ihrem ungemein sympathischen Verhalten gegenüber den doch recht zahlreich anwesenden Fans.

Allerspätestens wenn das bestens eingespielte Quintett zum Ende von Die Alone zu einem nicht enden wollenden Exzess eines sich immer weiter verlangsamenden Riff ansetzen, brechen sämtliche Dämme. Die Begeisterung, die sie zuvor mit einem ausgewogenen Set entfachen, durchdringt das Auditorium nun auch mit physisch unwiderstehlicher Impertinenz.

Überhaupt verfestigt sich das Gefühl, APHND steigerten sich selbst in einen veritablen Rausch. In einen überaus gesunden Zustand, der sich bis hin zu kurz angerissenen Jam-Sessions (sowie mit einem paraphrasierten Gruß an die Beatles, Come Together) – in überraschend wohl gelaunter Stimmung – akkumulierend entfaltet. Die extreme Spreizung zwischen der naturgemäß pechschwarzen Ausrichtung der Doom-Metaller und der putzmunteren Ausführung ihres abgründigen Materials – verblüfft.

So auch die liebenswerte Lockerheit, mit der Sal Abruscato durch den ausgezeichnet unterhaltenden Abend führt. Die musikalische Verarbeitung seiner Lebenskrisen steht wohl in keinem Widerspruch zu deren kraftvoll rockenden Überwindung. Zumindest nicht auf der Bühne. Und auch nicht davor davor, – im Rahmen zahlreicher Talks mit Freunden und Fans, die das insgesamt überragende Konzertereignis beschließen.

Fell In My Hole:
youtube.com/watch?v=Z2O8q_ZPdZY

Heute Bielefeld (Movie)

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