Pumarosa - Devastation

Schöner Alptraum

Pumarosa: „Devastation“ (Fiction/Caroline/Universal)

Von einer leichten Kurskorrektur zu schwadronieren, dürfte angesichts der Güte des Debüt-Albums The Witch und der ästhetischen Neuorientierung auf seinem nun vorliegenden Nachfolger Devastation (Fiction/Caroline International) mehr in die Irre führen, als dies die Band um Isabel Muñoz-Newsome vermutlich beabsichtigt. Dass Pumarosa den gediegen geerdeten Flur des juvenil aufmüpfigen Indie-Gitarrenrock zugunsten von klanglich durchaus „angesagt“ aufbereiteten Sound-Partikeln sowie qua Aufbau widerborstig gestrickten Songs auflöst, spricht vielmehr von der eingestandenen Notwendigkeit, der Befähigung zum ungebunden alternativen Ausdruck auch tatsächlich nachzugeben.

Ganz klar: Dass Devastation denjenigen, der The Witch problemlos vereinnahmen konnte, Probleme bereiten kann (wenn nicht gar soll), ist viel zu naheliegend, um diesen Verdacht als baren Ausdruck von Hypersensibilität abzumildern. Ein allzu vorsichtiges Verschieben von Nuancen allein hätte den zunächst einmal geradezu entstellend anmutenden Einsatz von Technik – insbesondere im Verantwortungsbereich des Beat-Erzeugers Nicholas Owen – kaum rechtfertigen können.

Doch Pumarosa beweisen mehr als nur den Mut, quasi noch einmal ganz von vorn anzufangen. Belohnen sie sich doch selbst. Für das in Kauf genommene Risiko. Anhand eines Albums, das beschmutzte Versiertheit ins glamouröse Einvernehmen setzt. Und vermeintliche Brüche in Songs verwandelt, die selbst dann noch nachwirken, wenn man sie für durchschaut erachtet und somit als erledigt wähnt. Das Verfremdete (allem voran: der Gesang) insistiert darauf, allmählich (um nicht zu sagen schonend) bekömmlich gemacht zu werden. Was für ein schöner Alptraum!

I See You:
youtube.com/watch?v=gIls0PFiwUA

Fall Apart:
youtube.com/watch?v=vNsL7um1AeQ


pumarosamusic.com
facebook.com/pumarosamusic

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!