Virgin Tears - The Beauty Of Broken People EP

Ohne Abstriche absichtsvoll

Virgin Tears: „The Beauty Of Broken People EP“ (Reptile Music/Altone)

Linda Lace und Anthony Forest aus Hamburg legen mit The Beauty Of Broken People (Reptile Music/Altone) eine Debüt-EP vor, die nicht den geringsten Zweifel an den Absichten des Duos zulässt. Es wird minimal gehaltener Cold Wave aus einem Guss – mit ätherischen Aromen verfeinert – geboten, der sich weder seiner evidenten Abstammung, noch seiner generischen Ausführung schämt. Und dies mit einer Selbstverständlichkeit, welche unmissverständlich nahelegt, dass hier zwei absolute Überzeugungstäter mit dem Willen ans Werk gehen, anhand wertvoller Beiträge zur perennierenden Blütezeit des Genres nachdrücklich beizutragen.

Erbarmungslos preschend erwischen Virgin Tears mit Silver Death Rope einen Auftakt nach Maß. Sofort wird klar, dass die Gesangsstimme von Linda Lace kaum eine geeignetere Umgebung finden könnte, um sich in beeindruckender Weise zu entfalten. Der sich anschließende Titeltrack legt mit einer prächtig geratenen Melodieführung gleich noch eine Schippe obenauf, mit Dark Dandy wird es gar etwas, nun ja – spooky.

Virgin Tears (facebook.com/virgintearsband)

Dass beim Finale (Amazing Paradise) unverhohlen bei The Cure (A Forest) angeknüpft wird, darf wohl als Absicht und Absichtserklärung zugleich gedeutet werden. Und eben nicht als Mangel an eigenen Ideen. Schließlich biegt dieser Song rechtzeitig in eine Richtung ab, die zunächst nicht unbedingt zu erwarten war.
Letztlich füttert die EP vor allem hoffnungsfrohe Erwartung an – hinsichtlich dessen, was von Virgin Tears zukünftig noch so alles kommt. Ein ausgewachsenes Album vielleicht? Das wäre gar zu schön. Aber sicher nicht zu schön, um wahr zu werden.

Silver Death Rope:
youtube.com/watch?v=kCfIsMM51ZM

Amazing Paradise:
youtube.com/watch?v=7GIHYYOXSHE

facebook.com/virgintearsband

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