Interview mit Cats Of Transnistria

„Die Kontrolle haben wir stets gewahrt“

Cats Of Transnistria (Sanna Lehto)

Henna Hietamäki und Tuomas Alatalo aus Helsinki veröffentlichen diesen Freitag mit Aligning (Soliti Music) ihr drittes Album als Cats Of Transnistria. Auf ihm wahrt das Duo zwar seine bewährte Nähe zu primär düster anmutendem (Cold/Ethereal) Wave oder minimal inszeniertem Slowcore, doch wird auf Anhieb spürbar, dass ihre Kompositionen diesmal offener gestaltet sind – und ihre Arrangements lichtdurchfluteter als zuvor ausfallen. Woran das wohl liegen mag? Ein Anruf genügt, um zumindest in Ansätzen das Geheimnis um jene Atmosphären zu lüften, die Aligning zu einem überaus einnehmenden Album machen.

Das Album sei in diesem Sommer binnen weniger Tage konserviert worden, betonen seine Urheber. Man habe viele Dinge zunächst einfach mal so geschehen lassen. Und es dem anschließenden Sounddesign überlassen, besondere Akzente zu setzen bzw. hinzuzufügen. „In Aligning spiegelt sich jedoch nicht allein die relative Spontaneität des Produktionsprozess wider“, betont Henna Hietamäki. „Es ging uns auch darum, einen Ausdruck für jene Art von meditativer Gelassenheit zu finden, die sich etwa auch bei einem Waldspaziergang einstellen kann“. Die Einsicht, „dass es manchmal Sinn ergibt, wenn man die Dinge einfach mal geschehen lässt, anstatt ständig in ihren Lauf einzugreifen“ trage somit nicht zuletzt zum spirituellen Gehalt des Albums bei.

Cats Of Transnistria: „Aligning“ (Soliti)

Tuomas Alatalo untermauert diese Herangehensweise mit dem Verweis auf seine persönliche Disposition, die sich seit dem letzten, sehr dunkel geratenen Album (Opium) nicht unerheblich verändert habe. „Ich habe mich in letzter Zeit besser gegen die innere Kälte wappnen können. Vor zwei Jahren war ich deutlich weniger entspannt. Gut möglich, dass Aligning auch darum um so vieles leichter klingt, als sein Vorgänger.“ Auch ungezwungener, naturbelassener, organischer und rauer vielleicht? „Durchaus“, stimmt er dieser Einschätzung zu. „Wir haben viele Sounds in ihrer Rohheit weitgehend belassen, ihnen Raum zur Entfaltung gewährt. Ohne Dreck keine Schönheit, sozusagen. Aber die Kontrolle haben wir stets gewahrt.“

So will es den Anschein haben als erhielte auf Aligning jedes Detail eine Gewichtung, die sich vor allem der Maßgabe einer reduzierten Intervention verdankt. „So dieser Eindruck entsteht, empfinden wir das als Kompliment“, bekräftigt Tuomas Alatalo. Und Henna Hietamäki ergreift die Gelegenheit um zu betonen, dass Aligning auch von einer Abkehr von der alltäglichen Hektik kündet.

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