Box And The Twins - Zerfall (10 Songs Of Pain And Boredom)

Patient nahezu abgelebt

Box And The Twins: „Zerfall (10 Songs Of Pain And Boredom“)

An Zerfall (Synth Religion/Audioglobe) gibt es kaum etwas auszusetzen. Hapert es doch nur an der inhaltlichen Glaubwürdigkeit. Denn wer ein Album derlei Güte in die Welt schickt, kann kaum jenen Belangen erlegen sein, die das Duo mit abgeklärtem Nachdruck projiziert: Ob der olle Beziehungsstress taugt, um die Sterblichkeit mit Selbstmitleid auszukleiden, es sei zumindest dahingestellt. Dorthin, wo es die beiden Kölner Szenegrößen – musikalisch – ins womöglich letztlich doch Unsagbare rücken.

Auch die weitere Unterteilung in zwei Tranchen – Unruhe und Schlafmohn – mag nur dem Gedanken ans klassische Album-Format gedankt sein. Oder der internen Uneinigkeit, wie das Ganze nun zu formal zu teilen sei. Lieder an der Zahl in Bezug auf jegliche „Beziehung“ sollten Box + Mike eventuell eher Kalibern vom Schlage Ordo Rosarius Equilibrio überlassen.

(facebook.com/boxandthetwins)

Die inhaltliche Fixierung auf das „ich vs. du“ außen vor gelassen, brilliert Zerfall (ich wiederhole mich da gerne) mit Klarheit, Dichte und Fasson. Stringenz ist angesagt: Kaum ist der erste Akkord verklungen, scheint der Abgang höchst wahrscheinlich. Wenn man so will: Popmusik vom Feinsten. Und wenn man es nicht so will: Eine willentlich missglückte Operation am offenen Herzen. Glückwunsch!

The First Dream:
youtube.com/watch?v=_d3b4FT-qAs

29.11. Wiesbaden (Schlachthof, mit Motorama)
30.11. München (Milla Club, mit White Noise)
07.12. Hamburg (Molotow, mit Damaged Gods)
14.12. CH-Zürich (Dynamo, Sounds From The Heart Festival)

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