Soviet Soviet, The Foreign Resort & The Dead Sound in Köln

3 x 9 – ohne Thoelke

The Dead Sound (Stephan Wolf)

Attaque Surprise“: Vielleicht sehen sich die lokalen Veranstalter nunmehr genötigt, ihren schicken Projektnamen zu modifizieren. Denn dass die von Dennis Wollnik und Co. zu Köln organisierten Events verlässlich großartige Abende / Nächte offerieren, birgt keinerlei Überraschung mehr. Zumindest nicht an sich. Für nachhaltig wirksame Überraschungseffekte sorgten an geeigneter Stätte indes die drei mit ausreichend Vertrauensvorschuss versehenden Bands, welche sich durchweg in Topform präsentierten.

Stärker noch als auf ihrem – vorzüglichen – Album (Cuts) gewähren The Dead Sound ihren Psych/Kraut/Stoner-Vorlieben das muskuläre Spiel. Und dies insbesondere dem Bass, der gehörig an sämtlichen Hosensäumen zieht. Vereinzelt wird im Auditorium die etwas schwache Gesangsbrust moniert, doch eingedenk des fein ausgestalteten Ansatzes, Postpunk frei von Klischees zu zocken, kann dieses vermeintliche Manko locker weggesteckt werden.

The Foreign Resort (Stephan Wolf)

Dass die Dänen aus dem Foreign Resort (die sich als „finnische“ Band vorstellen) im Vergleich zu den Trierern schon einige Spurrillen mehr auf der Uhr haben, wird anschließend recht schnell klar. Die inzwischen gut angewachsene (und ausreichend anwesende) Fanbase mag das unterschreiben. Sehr chic und charming, wie Bass und Gitarre die Bedienung wechseln, das mitunter euphorische Element seine Bewahrheitung wahrt. Dass ein Hauch von Depeche Mode (!) inkludiert erscheint, mag einem rein persönlichem Empfinden geschuldet sein.

Soviet Soviet (Stephan Wolf)

Soviet Soviet erweisen sich danach als eine Band, die im Laufe ihres bisherigen Werdegangs immenses Selbstvertrauen nicht nur inhaliert, sondern auch verinnerlicht hat. Sogar die abschließenden Noise-Attacken („surprise, surprise“) geraten. Auf den Punkt. Schnörkellos direkt, wie auch das gesamte Set, welches das Gebäude 9 ins kollektive Beben versetzt. Bis in die hintersten Reihen wird geschwooft, die Luft ahnt Brand, derweil sich manche Teilnehmer sichtlich (noch) mehr Körperkontakt wünschen. Wünschen würden, handele es sich um ein Punk – und kein Postpunk-Konzert.

Scherz beiseite.

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